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Einleitung
Zur Etikettencodierung haben sich seit
unserer ADFC-Landesversammlung am 15. März 2008 in
Neumarkt neue Erkenntnisse ergeben. Die Fakten hierzu haben
wir nachfolgend dargestellt.
Im Anschreiben (e-Mail) haben wir auf
den Fragenkatalog im Internet hingewiesen, der nach
Auswertung dann in das Konzept (wie im Antrag der
Landesversammlung beschlossen) einfließen soll. Der
Fragebogen ist unter:
www.adfc-bayern.de/formular-abfrage-codierung.htm
Zunächst zur Information der
Wortlaut des Antrags 9 zur Landesversammlung 2008 in
Neumarkt, welcher angenommen wurde: Die
Landesversammlung möge beschließen, dass das
Versenden von Codieraufklebern durch den Landesverband an
"Jedermann" ohne Eigentumsnachweis eingestellt wird. Es wird
ein Konzept erarbeitet und den Gliederungen als
Handlungsanweisung zur Verfügung gestellt."
Drucker und Etikettenmaterial bei
unseren Recherchen
Den Thermotransferdrucker (TT) von
Brady, der beim Landesaktivenseminar 2007, bei der
Landesversammlung 2008 und bildlich in zwei
Rundschau-Ausgaben 2008 gezeigt wurde, haben wir trotz guter
Druckergebnisse verworfen. Es hat sich gezeigt, dass der
Wechsel der Kassetten mit dem Etikettenmaterial trotz
sorgfältiger Einhaltung der Anleitung zu Blockaden
führen konnte, nach denen das Gerät nicht mehr
funktionierte und zum Kundendienst geschickt werden musste.
Dieser Drucker hätte rund 500 Euro gekostet.
Inzwischen erproben wir einen Drucker
von Brother, der im Thermotransfer-Verfahren die
Brother-TZ-Bänder bedruckt, und zwar in raffinierter
Weise auf der Rückseite der Deckfolie. Das bedeutet,
dass der aufgedruckte Code weder durch Scheuern noch durch
Chemie (z.B. Nitro-Verdünnung) zu entfernen ist. Wir
erproben zwei verschiedene TZ-Bänder, das eine klebt
besonders fest und das andere hinterlässt ein
weißes Schachbrettmuster auf der Unterlage, wenn man
es abzieht. Der Drucker Brother P-Touch 2700 VP kostet nur
125 Euro!

Etiketten-Codierung" der
Polizei Neuss/Rhein
Wir sind nicht mehr allein mit unserer
Idee der Etiketten-Codierung! Die Polizei in Neuss hat in
der Zeit ab 1996 mit einem sehr großen Personalaufwand
rund 110.000 Fahrräder mit der Gravur-Codierung
versehen, das ist fast jedes 4. Fahrrad dort. Aus
verschiedenen Gründen hat man das jetzt eingestellt und
im Mai 2008 zusammen mit der Hochschule Niederrhein und der
Firma 3M ein System mit Klebetiketten eingeführt. Diese
Etiketten aus einer hochzerstörbaren" Folie (wie
die, die ich in Hersbruck vorführte, lässt sich
nur in winzigen Stücken abkratzen) werden mit
fortlaufenden Nummern und Barcode angeliefert und an der
bekannten Stelle auf die Fahrräder geklebt.
Anschließend werden diese Nummer, die Rahmennummer und
die Beschreibung des Fahrrades in den Polizei-Computer
eingelesen, wodurch das Fahrrad dann ** registriert**, aber
nicht in unserem Sinne **codiert** ist. Die eingegebenen
Daten können in ganz NRW von der Polizei abgefragt
werden. Zwei Polizisten schaffen dort immerhin alle 2
Minuten ein Fahrrad! Die aufgeklebten Etiketten werden nicht
abgedeckt. Mit Nitro-Verdünnung kann man die Schrift
auf den Etiketten in wenigen Sekunden entfernen, in wenigen
weiteren Sekunden löst sich auch das Etikett auf. Aber
die Frage, die uns niemand zuverlässig beantworten
kann, lautet doch: Wie wahrscheinlich ist es, dass ein Dieb
versucht, ein Codier-Etikett zu beseitigen.
Etiketten-Codierung mit
PC-gesteuertem Drucker
Wenn wir die Art der Etiketten
beibehalten möchten (hochzerstörbar"), die
ich in dem o.g. Brady-Drucker verwendet habe, brauchen wir
einen von einem PC oder Notebook angesteuerten
Thermotransfer-Drucker. Wir würden hier allerdings ein
Etiketten-Material verwenden, welches man durch Nitro nicht
auflösen kann, und wären damit besser als die
Polizei in Neuss. Auch würden wir die Folie mit einem
ADFC-Aufkleber oder Polizei-Aufkleber abdecken. Diese
wäre damit stabiler gegen Chemie und Abscheuern.
Allerdings kostet ein solcher Drucker rund 600 Euro und
braucht einen beliebigen PC-Rechner, den ein Kreisverband
haben oder kaufen müsste. Für Fahrradhändler,
die wir ja in großer Zahl einbeziehen möchten,
könnte das die beste Lösung sein, weil solche
Drucker dann fest an der sowieso vorhandenen Computerkasse
angeschlossen sind und die Kunden-Daten vom Rechner auf den
Drucker übertragen werden könnten.
Gravur-Codierung
Über die bisweilen sehr
mühsame Gravur-Codierung, die auch bei zunehmend mehr
Fahrrädern gar nicht mehr möglich ist, müssen
wir hier nicht viel reden. Dass sie viel zu wenig eingesetzt
wird (nur 3 je 1000 neue Fahrräder werden in Bayern
derzeit codiert!), ist auch bekannt. Auch die Gravur kann
manipuliert werden. Man kann z.B. einen der älteren
Polizei-Aufkleber darüber kleben: Mein Rad ist
registriert". Wenn es keinen besonderen Anlass gibt, wird
die Polizei nicht darunter nachschauen. Man kann die Gravur
vor dem Überkleben auch rasch rausfeilen: 30 Sekunden
genügen. Wenn dann wirklich jemand unter dem
Überkleber nachschaut, sieht man, dass ein Code dort
war (sehr verdächtig), kann diesen aber mit keiner
kriminaltechnischen Methode mehr lesen!
Vergleich aller
Verfahren
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Art der
Manipulation
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Polizei Neuss
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Brother 2700VP
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PC-Drucker
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Gravur
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Etikett abziehbar nur mit den
Fingern bzw. mit einer Pinzette oder dgl. (also
ohne Heißluftgebläse und ohne
Chemie)?
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Schwierig, da
hochzerstörbar
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Nicht so schwierig, aber bei
einer Etikettensorte verbleibt
Schachbrettmuster
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Schwierig, da
hochzerstörbar(3M Etikett 3812 aus
PU)
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entfällt
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Code
überklebbar?
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ja
|
ja
|
ja
|
ja
|
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Etikett mit
Heißluftgebläse zu entfernen (nicht nur
mit einem Fön)
|
ja
|
ja
|
ja
|
entfällt
|
|
Code-Aufdruck zu entfernen
mit starken chem. Mitteln wie
Nitroverdünnung?
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ja, weil ohne
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nein
|
nein, weil mit
|
nein
|
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|
Überkleber
eingesetzt
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Überkleber
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Etikett selber auflösbar
mit Nitro
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ja
|
nein
|
nein, PU ist
stabil
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entfällt
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Schrift (TT-Druck) laminiert
oder abgedeckt, Schutz gegen Scheuern
|
nein
|
ja
|
Ja, durch den
|
Ja, durch den
|
|
|
|
|
Überkleber
|
Überkleber
|
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Material-Kosten je Codierung
ca.
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0,20 Euro
|
0,20 Euro
|
0,20 Euro
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0,00, aber
Fräserverschleiß!
|
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Zeitbedarf je Codierung, 1
Person, ca.
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4 Minuten
|
4 Minuten
|
4 Minuten
|
15 Minuten oder
mehr
|
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Arbeitsaufwand,
Mühe
|
gering,
|
gering,
|
gering,
|
ziemlich
groß
|
|
Erforderliche
|
??
|
gering
|
gering, aber
PC-Kenntnisse
|
sehr groß
|
|
Sachkunde
|
|
|
|
|
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Steigerung der Zahl der
Codierungen möglich
|
Hohes Niveau kann beibehalten
werden
|
ja
|
ja
|
nein
|
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Investitionskosten incl. MWSt
ca.
|
??
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150 Euro incl. 120
Etiketten
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630 Euro incl. 120 Etiketten
plus PC evtl.
|
1300 Euro
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Fazit
In der Tabelle auf der vorhergehenden
Seite sind viele Aspekte des Themas zusammengefasst. Wenn
man unterstellt, dass ein Angriff" auf die Codierung
in 90 % der Diebstahls-/Verlustfälle nicht stattfinden
wird, wäre die Etiketten-Codierung mit dem Drucker
Brother P-Touch 2700 VP für die Kreisverbände die
richtige Wahl.
Uns schwebt dabei folgende
Preisgestaltung vor:
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Kostenbeitrag
|
Gravur
|
Etiketten
(3 Stück)
|
Jedes
weitere Etikett
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ADFC-Mitglieder
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7
Euro
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5
Euro
|
1
Euro
|
|
Nichtmitglieder
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12
Euro
|
8
Euro
|
2
Euro
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Von den Etiketten wird nur eines (auf
Wunsch auch 2) für das Fahrrad benötigt,
während die weiteren auf Wertgegenstände wie
Kameras, Handys, Kunstgegenstände geklebt werden
können, siehe auch
http://www.polizei.bayern.de/content/5/2/8/6/ihre_werte.pdf
Mit dieser Preisgestaltung rechnet
sich die Anschaffung des Gerätes für 150 Euro sehr
rasch. Wenn man 40 Codierkunden bedient hat, sind 200 - 320
Euro in der Kasse!
Erstellt von:
ADFC Landesverband Bayern
Hartwig Hammerschmidt
Vorstandsbeauftragter für Codierung
code@adfc-bayern.de
Tel. 089-848135
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Zwischenbericht
als PDF-Datei [330 KB]
Auswertungstabelle
als PDF-Datei [120 KB]
Ergebnisse-Fazit
als PDF-Datei [120 KB]
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