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Sich für eine Stärkung des Radverkehrs einzusetzen, versprach Bayerns neuer Innenminister Joachim
Herrmann am vergangenen Samstag in
Hersbruck. Dorthin hatte der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC)
Vertreter aller politischen Ebenen zu einem Kamingespräch in Sachen
Klimaschutz und Radverkehr eingeladen. Denn der Klimawandel kommt, das hat gerade wieder der UN-Klimarat in seinem Abschlussbericht dokumentiert. Wenig bekannt ist dagegen, welch hohes Potenzial zur CO2-Reduktion im Fahrradverkehr steckt. Eine Verdreifachung des Radverkehrsanteils auf Wegen bis zu 6 km erbrächte eine Einsparung von 7,5 Mio. Tonnen CO2, so haben Wissenschaftler für den
Zweiten Fahrradbericht der
Bundesregierung errechnet.
Herrmann betonte vor diesem Hintergrund: „Wir brauchen ein noch viel stärkeres Bewusstsein, wie viele innerörtliche Wege man auch mit dem Fahrrad erledigen könnte.“ Und der Präsident des europäischen
Radfahrerverbandes ECF, Manfred Neun, forderte eine systematische Berücksichtigung des Fahrrads, die bei Planungsverfahren nach wie vor auf allen
Ebenen fehle.
In Hersbruck sei ein erster Schritt vollzogen worden, dies in Bayern zu ändern, war am Ende des Abends die Einschätzung
des ADFC-Landesvorsitzenden Dr. Karl von Falkenhausen. Gemeinsam mit Manfred Neun ist er überzeugt: „Wir haben hier die Geburtsstunde einer neuen Fahrradkultur im Freistaat miterlebt." Denn der Innenminister hatte sich ausdrücklich zur Stärkung des Radverkehrs nicht nur im Tourismus, sondern vor allem auch im Alltagsverkehr bekannt: „Man darf die Entwicklung des Fahrradverkehrs nicht dem Zufall überlassen, sondern muss eine politische Linie entwickeln und für den Radverkehr eine positive Stimmung schaffen.“ Kommunen, die nichts täten fürs Fahrrad, sollte künftig eine Außenseiterrolle zukommen.
Er lag damit ganz auf der Linie des Hersbrucker Bürgermeisters Wolfgang Plattmeier, der forderte, mehr fürs Radfahren zu werben. „Wir haben ein gutes Produkt und ein hohes Potenzial für den Klimaschutz!“ Aber auch die Infrastruktur müsse stimmen, fügte Herrmann hinzu. Dafür mehr
Fachwissen aus der Praxis in die kommunalen Verwaltungen zu transportieren, hat sich die von der Bundesregierung auf den Weg gebrachte
Fahrradakademie zum Ziel gesetzt. Diesen Wissenstransfer bezeichnete die
Bundestagsabgeordnete Heidi Wright, als Dreh- und Angelpunkt, um die
Umsetzungsmöglichkeiten in den Kommunen zu verbessern. „Das
Einsparpotential von 7,5 Mio. Tonnen CO2 durch den Radverkehr müsste uns alle
elektrisieren“, unterstrich Wright, die auch stellvertretende Bundesvorsitzende des ADFC ist, die Chancen für den Klimaschutz, die im Fahrrad stecken.
Den Kommunen versprach der Innenminister in Hersbruck, sich dafür
einzusetzen, dass auch für Radwege an Staatsstraßen wieder mehr Mittel bereit gestellt würden, um Lücken in regionalen Radwegenetzen zu
schließen. Er kam damit Helmut Reich entgegen, dem Landrat im Kreis Nürnberger Land, der zuvor die Streichungen der letzten Jahre in diesem Bereich beklagt hatte.
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