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Eine neue Fahrradkultur in Bayern anzustoßen, ist derzeit zentrales Anliegen des Landesverbands Bayern des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC). Breite Unterstützung dafür gewährte am 15. März 2008 die Delegiertenversammlung des ADFC Bayern im oberpfälzischen Neumarkt. „Ziel des ADFC ist es, dem Fahrrad zu einem seinen Möglichkeiten entsprechenden Stellenwert in unserem Mobilitätssystem zu verhelfen. Das Fahrrad muss als gesundes, umweltschonendes, klimaneutrales und platzsparendes Nahverkehrsmittel in der gesellschaftlichen Wahrnehmung verankert und dementsprechend politisch gefördert werden“, so die Eingangssätze des vom Landesvorstand eingebrachten
Leitantrags.
Wichtige Impulse dazu könnten nach Ansicht des ADFC eine Vernetzung kommunaler Aktivitäten zur Fahrradförderung bringen, wie es andere Bundesländer vormachen. In Kombination mit einer gezielten staatlichen Förderung qualitativ hochwertiger Maßnahmen zugunsten des Radverkehrs könnte eine solche Plattform den Erfahrungsaustausch fördern und durch die Vorbildwirkung einen Bewusstseinswandel zugunsten einer umweltfreundlichen Nahmobilität in anderen Städten und Gemeinden unterstützen. „Das alles ist natürlich nicht ohne finanziellen Einsatz zu realisieren“, betont der ADFC-Landesvorsitzende Dr. Karl von Falkenhausen. „Die in Sachen Fahrradkultur führenden Städte in Europa geben beispielsweise jährlich bis zu 10 Euro je Einwohner für das Radfahren aus.“ Entscheidend dafür, dass das Fahrrad als individuelles, gesundes und umweltschonendes Fortbewegungsmittel auch in den Köpfen und Herzen der Menschen ankomme, sei aber auch eine überzeugende Öffentlichkeitsarbeit.
Eine neue Fahrradkultur beschränkt sich aber nicht auf Städte und Gemeinden. So geht es dem ADFC beim Thema Fahrradwegweisung um die Einheitlichkeit der wegweisenden Beschilderung für den Radverkehr, für die längst entsprechende Standards definiert sind, die es durch eine staatliche Förderung verbindlich vorzugeben und durchzusetzen gilt. Ein wesentlicher Beitrag zu einer guten Fahrradkultur wäre für den Radlerverband auch ein funktionierendes Zusammenspiel von Fahrrad und Bahn im Umweltverbund. Als weitere Bestandteile nennt die Radlerlobby die Verkehrssicherheitsarbeit von Staatsregierung und ADFC, die intensiviert und verzahnt werden sollte, sowie hochwertige fahrradtouristische Angebote, die Qualitätsstandards genügen sollten. In Neumarkt haben sich die Delegierten einstimmig hinter den Leitantrag ihres Landesvorstands gestellt, der sich nun mit dieser Rückendeckung bei der Bayerischen Staatsregierung und den kommunalen Spitzenverbänden intensiv für die Umsetzung des Zieles einer neuen Fahrradkultur in Bayern einsetzen wird. Der Vorstand verspricht sich dabei aber auch Unterstützung durch in dieselbe Richtung zielende Aktivitäten vor Ort in den Kreisverbänden.
Mit Details zu Einzelthemen aus dem Leitantrag befassten sich auch weitere Anträge. So forderte der ADFC Landsberg den Landesverband auf, schnellstmöglich den sich drastisch verschlechternden Rahmenbedingungen bei der Fahrradbeförderung mit der Bahn in Bayern entgegenzuwirken. So sei etwa der neuerdings immer kleinteiliger werdende Flickenteppich verschiedener Tarifregelungen innerhalb Bayerns undurchschaubar und
praxisfern.
Beim Thema Verkehrssicherheitsarbeit beschäftigte sich die Versammlung auf Antrag des ADFC Rosenheim mit dem zu geringen Seitenabstand, den motorisierte Fahrzeuge gegenüber Radfahrenden häufig beim Überholen einhalten und so Unfälle und vor allem auch große Unsicherheit bei den überholten Radfahrern verursachen. Hier forderte die Versammlung, dass sich der ADFC bundesweit dieses Themas aufklärend annehmen solle.
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