Info zu Fahrradständer

Aus Radwelt 02/2002 (S.18/19)

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Mit dem Rad zur Arbeit

Die Evolution des Fahrradständers:

Felgenkiller Ade


Die Zeiten, als man sein Fahrrad einfach an die Garagentür lehnte und es nur hin und wieder mit einem einfachen Speichenschloss sicherte, sind vorbei. Das Fahrrad hat sich zu einem Wertobjekt entwickelt, und damit erlebt auch der Fahrradständer einen Wandel, selbst vom Namen her: Der Parker ist "in".

Der Fahrradständer von einst war zu seiner Zeit eine gute Lösung. Er erfüllte die Aufgabe des Abstellens und Ordnens von Fahrrädern. Der Radler von heute, gleich ob Azubi oder Bankerin, sucht einen Abstellplatz, an dem das Fahrrad vor allem diebstahlsicher steht. In dem Fahrradständer von einst, nennen wir ihn Felgenkiller, geht das nicht mehr. Der Felgenkiller ist ebenso wenig zeitgemäß wie Stahlfelge und M-17-Schraube an den Laufrädern.

Der bike safe von Orion ist das Hightechparkhaus der Zukunft. Das Rad wird in einem gesicherten Raum geparkt, die Parkgebühr an einer Kassierstation bezahlt, wie sie jedem Autohaus zur Ehre gereichen würde. (Foto: Orion)

Bei der Entwicklung von Produkten sind zunächst die Ansprüche und Bedürfnisse des Kunden zu analysieren. Bei Fahrradabstellanlagen reicht das jedoch nicht, denn der Käufer ist nicht zwangsläufig der Nutzer. Deshalb stellt sich zuerst die Frage:

Was wollen die Radfahrer?

Radfahrer suchen in Zielnähe eine Abstellmöglichkeit, in der das Fahrrad sicher steht und sich Rahmen sowie Laufrad am Fahrradständer abschließen lassen. Welche Merkmale sollte der neue Fahrradparkeraufweisen?

Zunächst einmal sollte er so konstruiert sein, dass nicht die Felge das Fahrrad hält, sondern der Rahmen des Fahrrades am Fahrradständer angelehnt wird - idealerweise so, dass der Rahmen nicht zerkratzt. Der Ständer sollte eine Wegrollsicherung, also eine künstliche Mulde haben, in der ein Laufrad eine stabile Lage hat, sodass sich das Fahrrad nicht entlang des Fahrradständers selbstständig machen kann.

Die Möglichkeit, Laufrad und Rahmen mit einem Schloss anzuschließen, muss ebenfalls gewährleistet sein. Ist ein zweites Schloss vorhanden, lässt sich auch das zweite Laufrad mit dem Rahmen sichern. Zu berücksichtigen ist auch ein ergonomischer Aspekt: Ist das Anschließen des Rades auch ohne Hocken oder Bücken zwischen eng gestellten Rädern möglich?

Der Übergang von der konstruktiven zur planerischen Ausgestaltung ist hier fließend: Der Fahrradständer muss einerseits eine genügend hohe Bauhöhe aufweisen, andererseits muss der Planer dem Stellplatz genügend Raum zuweisen. Hier ist zunächst die Frage des Seitenabstands zu klären, um ein Beschmutzen der Kleidung sowie ein Verhaken des Fahrrades mit Nachbarrädern zu vermeiden.

Abstellanlagen, die durch hohe Fluktuation und kurze Parkdauer, beispielsweise an Geschäften in Innenstädten, gekennzeichnet sind, benötigen tendenziell größere Achsabstände zwischen den Fahrrädern (Mindestabstand 50 Zentimeter bei höhenversetzter Parallelstellung oder 70 Zentimeter bei Tiefstellung).

Neben den Anforderungen an den Fahrradständer gibt es weitere, die bei der Wahl des geeigneten Standortes zu beachten sind. Zielnah, gut erkennbar, ohne Umwege erreichbar - so lauten die wichtigsten Ansprüche an den neuen Radparkplatz. Die Anzahl der Abstellanlagen muss stimmen und den Bedarf decken. Abstellanlagen willkürlich in die Peripherie verbannt, heißt, dass das Fahrrad seinen entscheidenden Mobilitätsvorteil verliert.

Was will der Käufer?

Zunächst möchte er, dass die Anlage, für die Geld ausgegeben wurde, auch genutzt wird. Damit das geschieht, muss er wie der Nutzer denken. Tut er dies nicht, wird die Anlage nicht oder nur zu einem Teil angenommen. Er hat umsonst Geld ausgegeben.

Dennoch hat der Käufer weitere Ansprüche an eine Abstellanlage. Gefordert sind Konstruktionen, die Vandalismus trotzen, geringe Wartung nach sich ziehen und sich leicht reinigen lassen. Aus der Sicht von Kommunen bestehen weitere Einschränkungen: Die Fahrradabstellanlage muss sich in das Stadtbild einfügen. Die Einschätzung, welche Form und welches Design innerstädtische Plätze verschandeln, gehen weit auseinander. Solche Kontroversen können dazu führen, dass im Extremfall bereits bestehende Systeme, ja sogar die alten Felgenkiller, aus Gründen der Einheitlichkeit auch heute noch als Ergänzung eingesetzt werden.

Besonderes . Augenmerk wird der Käufer auf die Kosten legen. Sie entstehen auf vier Ebenen: Zuerst sind hier die Anschaffungskosten und die systemabhängigen Installationskosten zu nennen. Man unterscheidet zwei grundsätzliche Einbindungsssysteme: Schienenmontage und Fundamenteinbindung. Schienenmontage ist meist preiswerter, tendenziell aber vandalismusanfälliger und eventuell reinigungsintensiver. Bei der Fundamenteinbindung ist ebenfalls eine Kostenbetrachtung notwendig.

Die dritte zu beachtende Kostenkomponente ist der Flächenbedarf eines Parksystems. Man denke hier an Grundstücks- und Erschließungskosten.

Die vierte Kostenkomponente sind die Folgekosten: Wartung und Instandhaltung, insbesondere aber die Reinigung - lässt sich das System mit einer Reinigungsmaschine oder nur aufwändig per Besen säubern?

Firmenrad statt Firmenparkplatz

In den Niederlanden hat sich die Einführung betrieblicher Verkehrskonzepte finanziell gelohnt, mit denen Firmen ihre Belegschaft zum Umstieg vom Auto auf das Firmenrad bewegen. Neben dem Fahrrad gehören Dusche, Umkleideraum, Kleiderspind, Föhn, Jahresabo für die Fahrradstation ebenso wie ein ebenerdiger Fahrradabstellplatz zum Angebot der Unternehmen. Alles zusammengerechnet, sollen die Kosten dennoch weit unter denen für Autostellplätze liegen. So sind nicht nur weniger Parkplätze notwendig, sondern das Gesamtkonzept zahlt sich zur Verbesserung des Firmenimages sowie in punkto Fitness und Gesundheit der Beschäftigten aus.

Hat ein Fahrradständer mehr als nur eine Alibifunktion, nimmt der Einzelhandel Rad fahrende Kunden ernst, erweitert eine Stadt ihre Infrastruktur zur Förderung des Fahrradverkehrs oder investiert ein Unternehmen in eine Fahrradabstellanlage für Mitarbeiter, um PKW-Parkraum zu sparen, so lohnt in jedem Fall eine genauere Betrachtung.

Marc Morgenstern


ADFC-empfohlene Fahrradabstellanlagen unter
http://www.adfc-bayern.de/abstellanlagen.htm

 

http://www.adfc.de/150_1

Weitere Angebote, z. B. Fahrradboxen, bei folgenden ADFC-Förderkreismitglieder:


Orion Bausysteme GmbH
Waldstrasse 2, 64584 Biebesheim
Tel. (06258) 802-01, Fax (06258) 802-36

E-Mail info@orion-bausysteme.de


Bike and Ride

Fahrradparksysteme GmbH

http://www.bikeandride.de


Velocasa &endash; Fa. W. Pilling
Nettestr. 122, D-58762 Altena
Tel. (02352) 20 15 25, Fax (02352) 20 15 36

E-Mail: Info@Velocasa.de
Internet:
http://www.velocasa.de

Fa. Gronard, München

www.gronard.de

Dürmeier München

www.duermeier.com

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