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ADFC-Rundschau 4/2002

Bayernteil

12. Jahrgang, Heft 4/2002, Oktober-Dezember 2002

Die ADFC-Rundschau erscheint viermal jährlich.
Das Jahresabonnement kostet 8 Euro (bei Postbezug).
Für Mitglieder des ADFC Bayern ist der Preis inklusive Postversand im Mitgliedsbeitrag enthalten. Herausgeber der ADFC Rundschau ist der ADFC-Landesverband Bayern e.V.. Weitere Angaben im
Impressum.

Bayernteil im PDF-Format (110 KB) zum Download


Regionalteil Altbayern im PDF-Format (500 KB) zum Download
Regionalteil Franken im PDF-Format (1,2 MB) zum Download
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Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis

 

Die fahrradfreundlichste Entscheidung des Jahres

Landesaktiventreffen 2002 in Schney

Richtig radeln in Wald und Flur

ADFC gründet GmbH

Erfolgreiches ADFC-Produkt

Fahrradtechnik in der Grundschule

Aus der Rechtsprechung

Regionalteile: Altbayern, Franken, Schwaben

Die Mountainbike-Routenkarte Rhön

Strudelrennen in Regensburg

Der „Umweltkönig" in Erlangen

AK „Rad und Bahn"

„Memminger Rillenstein"

Tipps für Radverkehrsanlagen

Termine

Impressum ADFC-Rundschau



 

Geleitwort

Die fahrradfreundlichste Entscheidung des Jahres

Zur fahrradfreundlichsten Entscheidung des Jahres wählten wählten 55,8 % der Abstimmenden die diesjährige bayernweite Aktion der AOK und des ADFC Bayern „Mit dem Rad zur Arbeit" im Rahmen der bundesweiten Abstimmung „best for bike". Den Preis hatten der Zweirad-Industrie-Verband, die Arbeitsgemeinschaft „fahrradfreundliche Städte und Gemeinden in Nordrhein Westfalen" und das Bundesverkehrsministerium ausgelobt. Ein eindrucksvolles Ergebnis, über das wir uns mit Recht freuen können!

Der Preis von 3.333 Euro wurde der AOK und dem ADFC auf der Zweiradmesse IFMA in Köln vom Landesverkehrsminister Schwanholdt des Landes NRW übergeben. Bundesverkehrsminister Bodewig mußte leider kurzfristig absagen.

Dies ist der vorläufige Höhepunkt einer für mich bisher beispiellosen Aufmerksamkeit: Seit Anfang 2001 war ich mehrfach auf Veranstaltungen im In- und Ausland eingeladen, um über die Aktion und ihre Hintergründe zu berichten.

Das Konzept an sich ist aus Dänemark übernommen worden. Der dortige Radfahrverband DCF führt den Wettbewerb in eigener Regie seit vier Jahren mit großem Erfolg durch, bei dem sich zuletzt über 100.000 Dänen beteiligten. Bezogen auf die Bevölkerung würde dies für Bayern einer Teilnehmerzahl von rund 250.000 entsprechen.

Das besondere an unserem Konzept ist jedoch, dass neben der Gesundheitskasse AOK auch das bayerische Gesundheitsministerium, der DGB Bayern und die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft mit dabei sind. Eine breite Allianz, die in dieser Form europaweit einmalig ist. Dies gelang vor allem deshalb, weil allen das Thema Gesundheit ein Anliegen ist. Bewegungsmangel und die daraus resultierenden Krankheiten und Kosten betreffen alle, vor allem natürlich die Sozialpartner und die Kassen. Die europäische WHO Charta „Verkehr, Umwelt und Gesundheit" hat schon 1999 den Weg aufgezeigt, dass nur Formen der Alltagsbewegung, und hier vor allem das Zu Fuß gehen und das Rad fahren dauerhaft Abhilfe schaffen können und die notwendige Vorsorge bieten.

Mit Hilfe des Wettbewerbs geben wir vielen Mitmenschen die Gelegenheit, dies für sich auch auszuprobieren. In diesem Jahr nahmen rund 10.000 in 925 Betrieben das Angebot an.

Die Vorbereitungen für das nächste Jahr laufen bereits. Geplant ist, den Wettbewerb vom 23.6. bis 19.7.2003 durchzuführen. Mit einem größeren zeitlichen Vorlauf für die Planung und Werbung, hoffen alle Partner eine deutlich höhere Beteiligung zu erreichen.

Weitere Kooperationspartner haben Interesse an der Aktion gezeigt und werden diese wahrscheinlich auch mit eigenen Angeboten unterstützen. Mehr dazu in den nächsten Ausgaben der Rundschau oder auf unserer Internetseite des ADFC.

Unfallfreies und gesundheitsförderndes Radeln wünscht Ihnen

Ihr Armin Falkenhein

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Landesaktiventreffen 2002 in Schney

Das Landesaktiventreffen findet in diesem Jahr vom 22. bis 24. November in Schloss Schney bei Lichtenfels statt, das damit zum siebten mal Schauplatz dieser Veranstaltung ist.

Im Plenum wird es diesmal u.a. um Verbraucherinteressen und Fahrradtechnik, die Forderung nach einem Radverkehrsprogramm für Bayern, die Aktionen "Mit dem Rad zur Arbeit", die Folgen der geplanten Gründung einer ADFC-Bayern GmbH und den nächsten ADFC-Landesvorstand gehen.

In den Arbeitskreisen werden einige dieser Fragen vertieft und weitere Themen aus den Bereichen Touren/Touristik, Technik, Verkehrspolitik behandelt. Auch die Beitragsaufteilung und die Rundschau sollen zur Sprache kommen. Das Programm soll so gestaltet werden, dass reichlich Zeit für informellen Erfahrungsaustausch und Gespräche am Rande bleibt (bei denen es nicht nur um den ADFC gehen muss). Wie immer steht das Treffen auch ADFC-Mitgliedern offen, die erst überlegen, ob sie im ADFC aktiv werden wollen. Das genaue Programm mit Angaben zum Teilnehmerbeitrag, zum Anmeldeschluss usw. ist in der Landesgeschäftsstelle erhältlich oder unter: http://www.adfc-bayern.de/lat2002 abzurufen. AS

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Richtig radeln in Wald und Flur- gar nicht so einfach

 

Radwandern und Mountainbiking findet häufig auf land- und forstwirtschaftlichen Wegen statt. Die meisten Wege im Wald &endash; auch die der bayerischen Staatsforstverwaltung - sind Privatwege. Diese Privatwege sowie auch öffentliche Rad- und Wanderwege unterfallen dem naturschutzrechtlichen Betretungs- bzw. Benutzungsrecht, wonach neben dem Wandern auch das Radfahren grundsätzlich erlaubt ist, wenn sich die Wege dafür eignen (Art. 23 Ziff. 1 Bayerisches Naturschutzgesetz).

Für die Eignung der Wege hinsichtlich ihrer Bodenbeschaffenheit (Naturweg, Schotterweg) gibt es in Bayern keine spezielle Definition. Eine interne Rechtsauffassung des Bayerischen Umweltministeriums definiert die Eignung über die Nutzung durch Fußgänger. Man vertritt dabei die Auffassung, dass auf Wegen, auf denen Fußgänger unterwegs sind, eine Mindestbreite von 2 Metern als angemessen gilt. Dies leitet man aus Art. 23 Ziff. 1 des Bayerischen Naturschutzgesetzes "Dem Fußgänger gebührt der Vorrang" ab. Grundsätzlich nicht gestattet ist jedoch das Radfahren auf nicht befestigten Rückegassen, Steigen und Lehrpfaden. Wenn ein solcher Weg jedoch als Radwander- oder Mountainbike-Route markiert ist, muss man sich keine Gedanken darüber machen, ob man ihn mit dem Fahrrad befahren darf.

Trotzdem gilt auf land- und forstwirtschaftlichen Wegen &endash; auch auf Mountainbike-Routen - die Straßenverkehrsordnung, weil sie einem nicht eingeschränkten Personenkreis offen stehen.

Die Nutzung der Wege durch Radfahrer kann durch Schilder eingeschränkt oder verboten werden. Gebräuchlich sind dabei auch Schilder nach der Straßenverkehrsordnung (STVO) wie z. B. das Verkehrszeichen Nr. 250 "Verbot für Fahrzeuge aller Art", das leider häufig wohl gedankenlos statt dem "Verkehrszeichen Nr. 260 - Verbot für Krafträder, auch mit Beiwagen, Kleinräder und Mofas sowie für Kraftwagen und sonstige mehrspurige Kraftfahrzeuge" angebracht wird. Wenn nicht einsehbar ist, warum auf dem betreffenden Weg keine Radfahrer fahren dürfen, sollte man beim zuständigen Forstamt nachfragen und ein Zusatzschild "Radfahren frei" verlangen.

Einschränkungen für das Radfahren auf öffentlichen und nichtöffentlichen Straßen und Wegen können auch in (Natur)- Schutzgebieten verfügt werden (Art. 26 BayNatSchG). Diese müssen jedoch durch Hinweisschilder kenntlich gemacht werden, aus denen Art und Umfang der Einschränkung zu ersehen sein muss.

Konkret bedeutet dies: Wenn in einem Schutzgebiet das Radfahren verboten ist, muss an den hineinführenden Wegen darauf aufmerksam gemacht werden.

Wenn das Radfahren nur eingeschränkt ist &endash; z. B. nur auf den als Radwander- oder MTB-Routen markierten Wegen erlaubt ist - so muss dies ebenfalls an den hineinführenden Wegen deutlich gemacht werden. In diesem Fall werden die Radwander- oder MTB-Zeichen zwar nicht zu amtlichen Zusatzzeichen, sondern dienen der Kennzeichnung der erlaubten Routen und damit der Orientierung der Radfahrer. Wenn man sich nicht daran hält, kann dies nach dem Bayerischen Naturschutzgesetz mit einem Bußgeld belegt werden.

Ein paar Grundsätze:

• Die Wege im Wald und in der Flur sind in der Regel zur Bewirtschaftung von Forst und Landwirtschaft angelegt. Mit Arbeiten an und auf den Wegen, mit abgestellten Fahrzeugen und vor allem mit geschlossenen Schranken oder anderen Hindernissen auf den Wegen muss man deshalb immer rechnen. Fahrt deswegen vorausschauend und mit angepasster Geschwindigkeit, damit ihr im Notfall rechtzeitig reagieren und stets innerhalb der zu überschauenden Wegstrecke zum Stehen kommen könnt.

• Fußgänger haben immer Vorrang. Macht Euch ihnen gegenüber rechtzeitig bemerkbar, fahrt langsam an ihnen vorbei und haltet genügenden Abstand! Ein freundlicher Gruß ist nicht nur eine Form der Höflichkeit.

• In den frühen Morgenstunden und späten Abendstunden ist das Wild am aktivsten. Um Störungen zu vermeiden, die sich auf das Verhalten der Waldtiere auswirken, fahrt bitte in dieser Zeit nicht mit dem Bike im Wald.

Jochen Heinke, MTB Landesbeauftragter des ADFC Landesverband Bayern

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ADFC-Landesverband gründet „ADFC Bayern GmbH"

 

Mit einem Mitgliedsbeitrag von meist 3,17 Euro pro Monat ist der ADFC immer noch ein relativ "billiger" Verein. Um die Arbeit auf Landesebene und insbesondere für hauptamtliches Personal finanzieren zu können, hatte sich der ADFC-Landesverband Bayern deshalb schon seit langem in Projekten engagiert, die aus steuerlicher Sicht zum "Zweckbetrieb" oder zum "wirtschaftlichen Bereich" gehören, wie z.B. der Organisation von "Events". Aber auch um gemeinnützige Vereinsziele selbst verfolgen zu können, mussten oft Projekte initiiert werden, die aus steuerlicher Sicht dann aber nicht als gemeinnützig, sondern als wirtschaftlich angesehen wurden; genannt seien als Beispiele die Übernahme von Planungsaufträgen oder die Herausgabe und Bewerbung des Bett & Bike-Verzeichnisses.

Da der ADFC-Landesverband Bayern in diesem Bereich in den vergangenen Jahren recht erfolgreich war, könnte der Umsatz in diesem Bereich allmählich an die gemeinnützigen Einnahmen (Mitgliedsbeiträge, Spenden, Zuschüsse) heranreichen, was steuerlich auch wieder nicht erwünscht ist.

Die Aktivitäten in den eher wirtschaftlich ausgerichteten Projekten haben außerdem inzwischen ein Ausmaß angenommen, das durch einen Vereinsvorstand kaum mehr angemessen zu steuern und zu verantworten ist. Schon in den letzten Jahren nahmen im Landesvorstand die Diskussionen über diesen Bereich immer wieder soviel Zeit und Kraft in Anspruch, dass manche interessanten und wichtigen Fragen aus dem Bereich der Lobbyarbeit etwas zu kurz kamen.

Die wachsenden wirtschaftlichen Aktivitäten waren auch im Rahmen des Buchhaltungssystems des Landesverbandes kaum mehr angemessen zu steuern und zu kontrollieren, da dieses vorrangig auf die Sichtweisen des Gemeinnützigkeitsrechts ausgerichtet sein muss.

Beschluss der Landesversammlung
Aus diesen Gründen hatte die Landesversammlung - wie in der Rundschau 2/2002 kurz berichtet - im März 2002 in Erlangen auf Antrag des Landesvorstandes beschlossen, gemeinsam mit anderen Partnern eine "ADFC Bayern GmbH" zu gründen, in die ein großer Teil dieser eher wirtschaftlichen Aktivitäten übergeführt werden soll. An der GmbH soll der ADFC-Landesverband e.V. zwar den größten Teil der Anteile, aber nicht die Mehrheit der Geschäftsanteile halten, um eine klare Trennung der beiden Bereiche zu erreichen. Weitere Anteile sollen daher von einer weiteren ADFC-Gliederung (wahrscheinlich dem ADFC-Bundesverband) und zukünftigen Beschäftigten der GmbH gezeichnet werden, die aus ihrer bisherigen Arbeit entscheidende Kenntnisse mitbringen. Die GmbH soll ihre Arbeit am 01. Januar 2003 aufnehmen. Für die Nutzung des in vielen Jahren vom ADFC-Landesverband erarbeiteten Know-Hows wird die GmbH an den ADFC-Landesverband Lizenz-Gebühren zahlen.

Als Geschäftsführer der neuen Gesellschaft ist der bisherige ADFC-Landesgeschäftsführer Wolfgang Slama vorgesehen. Der ADFC-Landesverband sucht daher eine/n neuen Landesgeschäftsführer/in. Sie bzw. er wird dann eine verkleinerte ADFC-Landesgeschäftsstelle leiten, die natürlich auch einen im Vergleich zu heute etwas geänderten Aufgabenbereich haben wird. Aus diesem Anlass erscheint in dieser ADFC-Rundschau erstmals ein Stellenangebot des ADFC-Landesverbandes. AS

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Stellenanzeige

 

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club Landesverband Bayern e.V. (ADFC Bayern) ordnet seine Aktivitäten neu. Deshalb sucht er zum 01. Januar 2003 oder später eine/n neue/n

Landesgeschäftsführer/in

Zu den Aufgaben gehören neben der Leitung der Landesgeschäftsstelle die Unterstützung und Beratung des Vorstandes, die Betreuung der Gliederungen in ganz Bayern, die Organisation von Veranstaltungen und insbesondere die Mitarbeit in der Lobbyarbeit sowie der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des ADFC.

  • Die Stelle erfordert die Bereitschaft zur Arbeit auch außerhalb der üblichen Arbeitszeiten und zu Dienstreisen.
  • Für die Position steht zunächst eine Teilzeitstelle mit ca. 30 Wochenstunden zur Verfügung, ein Ausbau zur Vollzeitstelle wird angestrebt.

Weitere Informationen zur Aufgaben-Stellung finden Sie unter
www.adfc-bayern.de/lgf.htm für erste Auskünfte wenden Sie sich bitte an
Wolfgang Slama unter 089 / 55 35 75.

Bewerbungen mit den üblichen Unterlagen und Angaben zu den Gehaltsvorstellungen schicken Sie bitte bis zum 20. Oktober 2002 an:

Wolfgang Slama, ADFC-Landesgeschäftsstelle, Landwehrstraße 16, 80336 München.

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Erfolgreiches ADFC-Produkt von Radlern für Radler

Die neue Regionalkarte "München / Mittlere Isar" des ADFC ist ab sofort im Buchhandel und beim ADFC erhältlich. Die Radwanderkarte im Maßstab 1:75000 umfaßt den Bereich der mittleren Isar von München bis Landshut. Die Landkreise München, Dachau, Pfaffenhofen, Freising, Landshut und Erding sind komplett oder größtenteils enthalten.

Die neue Radwanderkarte ist eine umfassende Orientierungshilfe für den Freizeit- wie auch sportlichen Radler. Sie bietet 18 regionale Tourenvorschläge, die auf der Kartenrückseite beschrieben sind und zeigt die beschilderten Radfernwege des "Bayernnetz für Radler" auf. Ergänzt gegenüber der ersten Auflage wurde sie um den Ammer-Amper-Radweg, den Panoramaweg Isar-Inn und den Radweg Via Julia. Bei der Auswahl der Routen wurde auf einen Bahnanschluss geachtet, so dass die meisten Ziele per MVV oder DB zu erreichen sind. Auch leiten verkehrsarme Wege aus der Stadt München heraus. Die Karte zeichnet sich durch eine genaue Klassifizierung des Routennetzes aus. Neben einer kartenüblichen Legende enthält sie radlspezifische Zusatzinformationen:

• Informationen über Oberflächenbeschaffenheit der Wege und Straßen

• Steigungen sind durch Steigungspfeile gekennzeichnet

• wichtige Straßennamen in Städten und Gemeinden erleichtern die Orientierung vor Ort

• neben Sehenswürdigkeiten und Freizeiteinrichtungen sind Radlwerkstätten und Fahrradvermietungen vermerkt

• einzigartig in dieser Regionalkarte ist die Kennzeichnung der "Brotzeitoasen", Märkte und Hofläden der Verbraucher- und Erzeugergemeinschaft TAGWERK

Die Regionalkarte "Mittlere Isar" bildet einen hervorragenden Lückenschluß zu den bereits vorhandenen ADFC-Karten Ingolstadt / Altmühltal, Augsburg, München / Voralpenland und Chiemgau. Das beschriebene Gebiet zeigt viele heimatliche Kleinodien auf und erschließt einen Bereich abseits der viel befahrenen Isarradwege. Da die Münchner Voralpen und Augsburger bereits im Frühjahr erschienen sind und die Chiemgauer Regionalkarte in der Überarbeitung ist, besitzt der ADFC in Südbayern zur Zeit das aktuellste und optimal für Radwanderer geeignete Kartenmaterial.

Die ADFC-Regionalkarte, herausgegeben von der Bielefelder Verlagsanstalt, ist im Buchhandel oder bei den ADFC Kreisverbänden München, Platenstrasse 4, 80336 München und Landshut, Altstadt 105, 84028 Landshut erhältlich und kostet 6,80 Euro



Fahrradtechnik in der Grundschule

 

In der 4. Grundschulklasse erhalten die Schülerinnen und Schüler die so genannte Fahrrad-Ausbildung: Beamte der Polizei geben eine Einführung in die Straßenverkehrsordung und trainieren die theoretischen Kenntnisse anschliessend auf einem Übungsparcours. Erst nach Abschluß dieses Trainings ist es den Schülerinnen und Schülern offiziell erlaubt, mit dem Fahrrad zur Schule zu fahren.

Leider beantwortet die Unterrichtseinheit bislang keine Fragen zu Sitzposition, Beleuchtung oder den kleinen Dingen, die das Radfahren leichter machen können. Um diesem Defizit zu begegnen, wurde an der Grundschule in Bubenreuth auf Initiative eines ADFC-Mitgliedes erstmals versucht, "Fahrradtechnik" für Grundschüler" in einer Unterrichtsstunde zu vermitteln.

Nach Gesprächen mit der Schulleiterin und der Klassenlehrerin war es am 13. Mai 2002 soweit: Achtzehn Augenpaare warteten gespannt, was der Mann mit der großen Kiste voller Fahrradutensilien ihnen wohl erzählen würde. Und der begann mit der Frage "Warum kippen wir beim Radfahren nicht um?". Ein in Drehung versetztes Laufrad half, die Antwort zu finden. Alle Schüler konnten damit die Kräfte beim Kippen selbst erleben &endash; Physik zum Anfassen. Auch bei den folgenden Themen Sitzposition, Trittfrequenz, Bedeutung des Reifenluftdrucks und Beleuchtung waren alle voll bei der Sache. Zum Abschluß wurde es dann noch einmal praktisch: auf dem Schulhof trat die Klasse mit ihren Fahrrädern an, um die Einstellung der Sitzposition überprüfen und ggf. korrigieren zu lassen.

Die positive Resonanz auf diese Aktion wirft die Frage auf, ob die Vermittlung von Fahrradtechnik-Grundlagen nicht fester Bestandteil der Verkehrsausbildung in der 4. Jahrgangsstufe sein sollte. Die Freude an der Benutzung des Fahrrades liesse sich damit sicher spürbar erhöhen. Und die ist sicherlich auch mit entscheidend dafür, wie lange das Fahrrad als Verkehrsmittel erste Wahl bleibt.

Martin Voellmecke, ADFC Erlangen

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Aus der Rechtsprechung

 

Interessante Gerichtsurteile für Radfahrer (Teil 1)

Radfahrer auf dem linken Gehweg

Überquert ein Radfahrer, der auf dem linken Gehweg heran kommt, die Fahrbahn einer Querstraße, so haftet er in vollem Umfang für den Schaden, der bei einer Kollision mit einem linksabbiegenden Kraftfahrzeug entsteht. Urteil des AG Bad Homburg, Aktenzeichen 2 c 1461/99 -10

Vorrang des "Fahrbahnverkehrs"

Endet ein ausgewiesener kombinierter Rad- und Fußgängerweg einer übergeordneten Straße nach einem Schwenk in einer untergeordnete Querstraße, so dass der Radfahrer an dieser Stelle nicht mehr parallel zur Straße fährt, sondern die untergeordnete Querstraße überqueren muss, so hat er die Vorfahrt des auf dieser untergeordneten Straße herannahenden Verkehrs zu beachten. Urteil des OLG Hamm, Aktenzeichen 27 U 29/00

Jugendliche als Gefahrenquelle

Ein Radfahrer, der an einer Gruppe ins Gespräch vertiefter, teilweise verkehrsordnungswidrig auf der Fahrbahn stehender, Jugendlicher mit hoher Geschwindigkeit so nah vorbeifährt, dass durch eine unbedachte Bewegung einer der Jugendlichen zu Fall kommt, hat den ihm dadurch entstehenden Schaden zu 70 Prozent selbst zutragen. Urteil des OLG Köln, Aktenzeichen 11 U 16/00

mitgeteilt von Rechtsanwalt Oliver Schreiber, Tel. 089/ 41 90 15 61, e-mail: RA.OliverSchreiber@gmx.de

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Landesvorstandswahl 2003

 

Auf der nächsten Landesversammlung im Frühjahr 2003 steht die Wahl des Landesvorstands auf der Tagesordnung.Da Armin Falkenhein bereits bei der letzten Wahl angekündigt hatte, dass die aktuelle Amtszeit als Vorsitzender seine letzte sein werde, möchte der Vorstand alle Mitglieder und Aktive dazu aufrufen sich bereits frühzeitig Gedanken zu möglichen KandidatenInnen für dieses Amt und die anderen Ämter im Landesvorstand zu machen. Auch deshalb wird es in Schney dazu eine Arbeitsgruppe geben. HS

 

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Die Mountainbike-Routenkarte Rhön

 

Ein weiterer wichtiger Schritt zum konfliktfreien Mountainbiking in der Rhön

Nachdem in der Rhön ein mit vielen Interessensverbänden abgestimmtes Mountainbike-Routennetz entstanden ist, gibt es seit Juni 2002 auch die dazugehörige Karte. Die Mountainbike-Routenkarte ist in Zusammenarbeit zwischen dem ADFC Rhön-Grabfeld e.V. und dem Galli-Verlag (Hohenwart) entstanden und bundesweit in Buchhandlungen sowie im Gebiet der Rhön bei Fahrradhändlern, Rhönlädchen, den Info-Wagen auf der Hochrhön und Tourist-Infos erhältlich (ISBN 3-931944-83-2). Siehe auch im Internet unter: http://www.radl-rhoen.de oder unter

http://www.adfc-bayern.de/rhoen.htm

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Strudelrennen in Regensburg

 

Gelungener Werbeauftritt für den ADFC Regensburg

Angeregt durch die Anfrage eines Mitgliedes, am diesjährigen Regensburger „Strudelrennen" am 6. Juli 2002 mit einem eigenen Fahrzeug teilzunehmen, haben sich einige Aktive daran gemacht, die Konstruktion und den Bau eines solchen „Fahrzeuges" in Angriff zu nehmen. In einer mehrmonatigen Bau- und Testphase (April bis Juli) entstand ein Katamaran mit kettengetriebenen (2 Tandem) Schaufelrädern und einer Vorderradfelge als Steuerrad (Seilzugübersetzung mit Umlenkrollen zum Steuerruder). Verwendet wurden unter anderem ca. 200 kg Stahl, mehrere leere Fässer als Schwimmkörper sowie vier alte Fahrradrahmen als Sitzgelegenheit. Nicht zu vergessen einen Sitz für unsere „Nixe" als Steuerfrau. Selbst das regnerische Wetter hat uns und den anderen teilnehmenden Mannschaften (insgesamt 8) am Tag des Rennens nicht den Spaß verdorben. Beim Rennen durchfuhren wir die „Steinerne Brücke", verfehlten jedoch mit unserer „Lanze" die zwei „Schalter". Die benötigte Zeit, die gemessene Applauslautstärke sowie die Jurywertung ließen uns den 6. Platz erreichen. Wir werden beim nächsten Strudelrennen 2004 sicher wieder teilnehmen. Das Ergebnis der Aktion war aus Sicht des ADFC ein gelungener Werbeauftritt für den ADFC Regensburg, der sich auch in den erheblichen Zugriffssteigerungen auf unserer Internetseite wiederspiegelt. Unter unserer Internetseite findet man weitere Bilder über das Strudelrennen sowie den Bau- und die Testphase. Günter Lehnen, KV Regensburg, weitere Bilder unter: www.adfc-r.de

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Der „Umweltkönig" in der „Erlanger Sänfte"

Gelungener Werbeauftritt für den ADFC Erlangen

Inzwischen ist es ja schon (mindestens) bayernweit bekannt, dass die Stadt Erlangen heuer ihren 1000. Geburtstag feierte und immer noch feiert. Das gigantische Geburtstagsparty-Wochenende 7. - 9. Juli ist allerdings schon gelaufen; nicht nur die Erlanger und auswärtigen Mitfeierer waren begeistert, sogar sämtliche Presseberichte waren absolut euphorisch, und das Bayerische Fernsehen widmete der Stadt Erlangen die ganze 40 Minuten lange Frankenschau am Sonntagabend, in der auch 3 ADFC-Radler aus Erlangen on tour zu sehen waren.

Wir können hier eine kleine Nachlese liefern, die insbesondere den großen historischen Festumzug vom 9. Juli betrifft, denn daran war auch der ADFC beteiligt (neben weiteren 113 Gruppen mit fast 3.500 Teilnehmern, rund 70 Fahrzeugen und 70 Tieren). Als 87. Gruppe waren wir dazu ausersehen, den Beginn der „Radlerstadt Erlangen" im Jahre 1974 darzustellen unter dem selbst gewählten Motto „Der Bürger fährt Rad".

Geboren (und ausgeschmückt) wurde die Idee - wie könnte es anders sein - am Stammtisch. Unter der Federführung von Gerhard Groß nahm sie dann langsam Gestalt an, wobei es in der letzten Woche vor dem Festumzug noch mal recht hektisch wurde, schließlich ist der ADFC kein Faschingsverein. Wie gut, dass der ADFC in seinen Reihen so viele verschiedene Talente hat. So wurde er dann doch noch rechtzeitig fertig, der „Umweltkönig" in seiner von der „Oldenburger Sänfte" abgeleiteten „Erlanger Sänfte". Die schaukelte ihn dann beim Jubiläums-Festumzug sanft, wie es sich für eine Sänfte gehört, durch die Erlanger Innenstadt - bewegt von 2 „Lakaien" (ADFC-Radlern auf Dreirädern). Das königliche Gefolge bestand aus dem wahren Adel der heutigen Zeit: den radelnden Bürgern, vertreten durch jeweils: 1 Familie (Vater mit Sohn auf Tandem, Mutter mit Töchtern im Kinderanhänger), 1 Beamter (auf Wanderer-Rad aus dem Jahre 1953), 1 Rentner (auf Rennrad - besonderer Schmunzeleffekt bei den Zuschauern), 1 Hausfrau (mit Gemüse + Blumen im Fahrradkorb), 1 Siemensianer (mit Aktenkoffer auf Liegerad), 1 Pendler (auf Faltrad). Leider waren die Kommentatoren, die entlang der Strecke postiert waren, schlecht vorbereitet und auch nicht in der Lage, den Sinn unseres Beitrages im Vorbeifahren so schnell zu erfassen, nämlich - hier sei es noch einmal deutlich gesagt - dass erstens der Radler dadurch, dass er die Umwelt weder belastet noch schädigt, der wahre Umwelt-König ist und zweitens das Fahrrad inzwischen bis in höhere Gesellschaftsschichten vorgedrungen ist, so dass selbst ein König heute in Erlangen Rad fahren würde.

Mit freundlichem Beifall wurde auch unser Konvoi von den (geschätzten) 50.000 Zuschauern bedacht; allerdings hatte die Realisierung der Idee viel Mühe und Zeit gekostet, und gefragt, ob er es noch einmal tun würde, wiegte Gerhard Groß, der Initiator und Hauptakteur vom ADFC Erlangen, bedenkenschwer das Haupt. - Nun ja, bis zur nächsten 1000-Jahr-Feier dauert es noch etwas, und in der Zwischenzeit verblasst vielleicht die Erinnerung an den nicht unerheblichen Arbeitsaufwand. Ingrid Herzog, KV Erlangen

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AK „Rad und Bahn"

In einem zweiten Treffen hat der AK Rad und Bahn einen Fragenkatalog für Bundestagskandidaten erarbeitet. Dieser ist an alle bayerischen Kreisverbände geschickt worden (und steht im Aktivenbereich der ADFC-Bayern Webseite), so dass man vor Ort vor der Wahl die Kandiaten und nach der Wahl die neu gewählten Bundestagsabgeordneten befragen kann, was sie gegen den Wegfall der Fahrradmitnahme im DB-Fernverkehr tun wollen. Noch können sie nämlich etwas tun, denn noch hat der Bund 100% der Aktien der DB Reise und Touristik AG.

Kostenlose Fahrradmitnahme

Beim Thema „kostenlose Fahrradmitnahme im Nahverkehr" wird es ein Schreiben an die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) geben, die in Bayern den Nahverkehr bestellt und bezahlt. Dieses Schreiben wird einige Vorschläge enthalten, wie man dort hinkommt, denn im AK herrschte Einigkeit, dass man sie nicht von einem Tag auf den anderen bekommt. Außerdem haben die meisten AK-Mitglieder ein weiteres Mal betont, dass es schon jetzt völlig mit Fahrrädern überlastete Züge gibt, und damit eine kostenlose Mitnahme die kathastrophalen Zustände auf einigen Strecken noch verschlimmern würde. Daher wird nach Kompromissen gesucht, z.B. kostenlose Mitnahme Montag bis Freitag, oder nur auf bestimmten, schwach ausgelasteten Strecken etc.

Künftiger Nahverkehr?

Es wurden auch weitere Aktionen beschlossen, z.B. der Versuch, bei künftigen Schienennahverkehrs-Ausschreibungen größere Rad-Abteile als bisher zu verlangen. Momentan sind Nahverkehrszüge auch ohne Radabteil möglich, wenn Mitnahme in den Einstiegsräumen erlaubt werden kann. Die daraus folgenden Zustände wurden im vorigen Punkt beschrieben.

Mitmachen auch per e-mail

Wer seine Vorschläge, Erfahrungen etc. mit dem Thema „Rad und Bahn" einbringen möchte, kann dies gerne auch per Mail tun. FrankWessel, das für Rad und Bahn zuständige Vorstandsmitglied, ist telefonisch unter 09191-2494 erreichbar, per Mail unter Frank.O.Wessel@gmx.de. FOW

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„Memminger Rillenstein"

Jeder Radler kennt das Problem der holprigen straßenbegleitenden Radwege und die „Hoppser" an Einmündungen, weil unzureichend ausgelegte Randsteinabsenkungen überfahren werden müssen. Die Stadt Memmingen hat in Zusammenarbeit mit der Firma Beton-Braun einen neuartigen Betonstein entwickelt, um dieses Problem zu entschärfen bzw. zu lösen. Dabei handelt es sich um Betonplattensteine, in die längs mehrere Rillen (zur Wasserableitung) eingelassen sind. Diese Platten werden statt der bisherigen abgesenkten Bordsteine in den Übergangsbereich Radweg/Straße eingebaut und mindern die „Hoppser" erheblich. Wünschenswert wäre, das Produkt bereits jetzt in den Gremien des ADFC bekannt zu machen. Das Produkt befindet sich derzeit in der Markterprobung/Marktforschung und wird noch in diesem Jahr in kleinen Stückzahlen erhältlich sein. Olaf Tobiasch, ADFC KV Fürth, weitere Infos im Internet:

http://www.adfc-bayern.de/rillenstein.htm Firma Beton-Braun, Tel. 07331/3003-0

 

Wir wollen, dass mehr Leute radfahren! Tipps für Radverkehrsanlagen

Tipps zur Radverkehrsgestaltung in kleinen und mittleren Gemeinden, für Aktive im ADFC, in der Agenda 21 usw., für neu- und wiedergewählte Gemeinderäte.

Dieser Beitrag sollte eigentlich schon in der letzten ADFC-Rundschau abgedruckt werden, musste aber aus Platzgründen auf diese Nummer verschoben werden [die Red.]

Was bringt's?

• Radfahren schafft Platz: Jeder Radler mehr ist ein Auto weniger auf der Straße

• Radfahren macht Bewegung für Herz und Knochen, das hilft der Gesundheit

• Radfahren macht den Schulweg sicherer

• Radfahren vermeidet Lärm und Abgase

• Radfahren baut Stress ab

• Radfahren schafft Kommunikation und Flair: Man sieht sich, wenn man sich begegnet

• Radfahren spart Zeit im Bereich bis 5 km und erlaubt Wegeketten: nach dem Büro noch schnell zum Bäcker und zur Post ...

Was brauchen RadfahrerInnen?

• Radverkehr ist vielfältig: Berufstätige wollen rasch zur Arbeit, Senioren wollen sicher sein vor den Autos, Kinder wollen sich austoben, Eltern wollen ihre Kinder begleiten und beaufsichtigen, Hausfrauen wollen schwer beladen heim

• Radverkehr verbindet Wohngebiete mit Schulen, Läden, Arbeits- und Freizeitstätten usw. Radrouten und Radverkehrsnetze bündeln und führen den Radfahrer auf kurzen Wegen, in ruhigen Straßen, an stark befahrenen Streckenabschnitten auch auf Radwegen oder Radfahrstreifen.

• Radfahren muss machbar erscheinen: Sichere, zügig und komfortabel befahrbare Wege, leicht zu finden, wenig Konfliktstellen mit Autos oder Fußgängern, keine Schikanen, keine Umwege

• Radfahren muss Spaß machen, sonst steigt keiner um

• Gehen und Radeln soll mindestens so sicher und stressfrei sein wie Autofahren. Es muss vor allem so wahrgenommen werden.

• Auch Radler sind sowohl fließender wie auch ruhender Verkehr: An Zielpunkten braucht es geeignete Abstellanlagen.

 

Was bedeutet das für die Ortsplanung?

Radler haben häufig andere Vorstellungen als Planer und Behörden.

• Radler fahren überall, Behörden wollen Radwege bauen

• Radler brauchen durchgehende Routen, Behörden addieren Teilstück-Kilometer

• Eine „Angst-Ecke" kann eine ganze Route entwerten

 

Was bedeutet das für die Politik?

Grundsätze müssen überprüft werden:

• Ist fließender Autoverkehr wichtiger als sicherer Schulweg?

• Ist Fahrmöglichkeit auf dem kürzesten Weg mit dem Auto wichtiger als sichere Erreichbarkeit aller Punkte im Ort mit dem Rad?

• Wer kommt zuerst bei der Planung? Der zügige Abfluss des Autoverkehrs durch Optimalausbau oder die Sicherheit der Fußgänger und Radler durch angemessene Grundversorgung?

• Wieweit soll gedacht werden? Die Zuständigkeit endet zwar am Ortsschild, der Radverkehr geht aber darüber hinaus.

 

Vorgehen:

• Zwischen welchen Zielpunkten innerhalb der Gemeinde soll ein Radverkehrsnetz entstehen? Welche Verbindungen zu Nachbarorten sind wünschenswert?

• Welche Verbindungen sind bereits vorhanden und allgemein in Gebrauch? Wo kann man ordentlich radeln, mit oder ohne Radweg?

• Welche Verbindungen fehlen? Wo schrecken Straßen vom Radeln ab? Wo sind Knotenpunkte für Radfahrer umständlich oder gefährlich gestaltet? Wenn man einfach die zum Radeln ungeeigneten Strecken aus dem Plan ausstreicht, sieht man wo was getan werden muss (und umgekehrt, wie viele Wege sich bereits anbieten).

• Wie kann man Verbesserungen erreichen, Alternativen suchen, Lücken schließen, Gefahrstellen umgestalten oder umgehen

• Wo sind Regelungen und Anordnungen getroffen, die mehr Radverkehr eher verhindern als fördern? Unnötige, umständliche und ungeeignete Radwege (auch gemeinsame Fuß/Radwege) aufheben.

• Fahrrad-Wegweisung macht empfehlenswerte Routen bekannt und wirbt schon durch ihr Vorhandensein fürs Radfahren

• Abstellbedarf an den Zielpunkten abschätzen, Abstellanlagen einrichten

• Freizeit- und Ausflugsstrecken am Wochenende für den Autoverkehr sperren

• Die Öffentlichkeit über neue Radelmöglichkeiten informieren, Eröffnungsfeste veranstalten, Nutzen des Radfahrens kommentieren, Mut machen zum Radfahren auf der Fahrbahn (wo es erlaubt ist)

Was ist im Detail zu beachten?

• Hauptunfallstellen sind Kreuzungen und Einmündungen. Hier soll der Radverkehr unbedingt im Blickfeld der Autofahrer geführt werden. Radwege münden viel zu oft im toten Winkel der abbiegenden Lkws. Auf Radwegen droht außerdem Gefahr an Grundstücksausfahrten, durch unachtsame Fußgänger, durch Hunde usw. Im Längsverkehr auf der Fahrbahn sind Unfälle vor allem auf schmalen Fahrbahnen mit starkem, schnellem Autoverkehr sowie durch unacht-sam geöffnete Türen zu befürchten. Subjektiv fühlen sich viele Radfahrer auf der Fahrbahn unsicher und bedroht, weil die Gefahr schnell und von hinten kommt. Das gilt mitunter auch für Radfahrstreifen.

• Bei mäßigem Autoverkehr und genügend breiter Fahrbahn sollten Radler im Mischverkehr auf der Fahrbahn belassen werden. Das wirkt dämpfend auf die Geschwindigkeit der Autos. In Wohngebieten ist Mischverkehr fast immer die beste Lösung, in Tempo-30-Zonen seit 1.2.2001 sogar vorgeschrieben (d.h. hier sind benutzungspflichtige Radwege gar nicht mehr zulässig)

• Freigabe von Fußwegen für Radler (Zusatzzeichen) ein hilfreiches Angebot für Radfahrer, die sich auf der Straße bedroht fühlen. Andere, die zügig vorwärtskommen wollen, dürfen auf der Fahrbahn bleiben.

• Ein baulich angelegter Radweg ist teuer und nur in wenigen Fällen wirklich erforderlich, aber keineswegs immer die einzige oder die beste Lösung. Radwege beseitigen die Gefahr, im fließenden Verkehr angefahren zu werden, sie schaffen neue Gefahren an Kreuzungen, an Grundstücksausfahrten und durch unachtsame Fußgänger. Ob ein Radweg als attraktiv und sicher empfunden und zur Stärkung des Radverkehrs beiträgt, hängt von vielen Details ab, die sorgfältig gestaltet werden müssen. Radwege führen dazu, dass der Autoverkehr schneller wird, da er die Fahrbahn für sich allein hat.

• Radfahrstreifen auf der Straße verbinden die Vorteile des Radelns auf der Fahrbahn mit denen des Radwegs: Immer im Blickfeld und doch auf eigener Spur. Allerdings wird das nicht von allen Radfahrern so empfunden. Der Gesetzgeber sieht Radfahrstreifen jedoch als sicher an und hat sie darum als erprobtes Instrument neu eingeführt.

• Bürgersteige sind keine Radwege, auch wenn sie dazu erklärt werden. Fußgänger erleben den Radler als Eindringling und damit fast zwangsläufig als Rowdy. Viele Radler erleben das Radeln dort nicht nur als lästig, sondern auch als gefährlich.

• Gemeinsame Fuß- und Radwege sind gut an Landstraßen und in Grünanlagen (Kriterium: Geringe bis mäßige Verkehrsbelastung, kein Querverkehr).

• Linksseitige Radwege bzw. 2-Richtungs-Radwege sind an Kreuzungen und Grundstückseinfahrten äußerst problematisch für die Verkehrssicherheit. Außerdem erfordern sie zwangsläufig am Anfang und am Ende je ein Überqueren der Fahrbahn. Nachts ist, vor allem außerorts, die Blendung der Radler durch entgegenkommende Autos zu beachten

Dr. Karl von Falkenhausen,
Arbeitsgruppe Verkehr Landkreis ADFC München

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Landesweite Termine

 

6.10.2002 - Tag der Regionen

22.11.-24.11.2002 - Landesaktiventreffen auf Schloss Schney

1.12.2002 - Redaktionsschluss für Rundschau 1/2003

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Impressum: ADFC-Rundschau, 12. Jahrgang, Heft 4/2002, Oktober - Dezember 2002

Die ADFC-Rundschau erscheint viermal jährlich. Das Jahresabonnement kostet 8 Euro (bei Postbezug). Für Mitglieder des ADFC Bayern ist der Preis inklusive Postversand im Mitgliedsbeitrag enthalten. Herausgeber: ADFC-Landesverband Bayern e.V. Landwehrstr. 16, 80336 München, Tel. 089/553575, Fax 089/5502458. eMail: kontakt@adfc-bayern.de Die Geschäftsstelle ist Montag-Freitag von 9.00 bis 12.30 Uhr regelmäßig besetzt.

Redaktionsschluß für die Ausgabe 1/2003: 1.12.2002 - Redaktionsanschrift: ADFC Bayern, Landwehrstr. 16, 80336 München, - Vertrieb: ADFC-Geschäftsstelle Nürnberg, Rohledererstr.13, 90419 Nürnberg, Tel. 0911/ 396132, Fax 335687 - Redaktion: Bayernteil: Hubert Ströhle [HS] (rundschau@adfc-bayern); Regionalteil Altbayern: Hubert Ströhle (rundschau-altbayern@adfc-bayern.de); Regionalteil Franken: Benjamin Thoden, Dr. Ute Biegelmann, Albrecht Steindorff [AS] (V.i.S.d.P.)(rundschau-franken@adfc-bayern.de); Regionalteil Schwaben: Mathias Meinelt, Dr. Ute Biegelmann (rundschau-schwaben@adfc-bayern.de)- Titel: Farbwerk, München. Titelfoto: Joachim Heinke (Radler auf dem ehemaligen „DDR"-Grenzstreifen); Druck: Rosa-Druck, Dietzstr. 1, 90443 Nürnberg, Tel. 0911/222088