ADFC-Rundschau
4/2002 Bayernteil 12. Jahrgang, Heft 4/2002,
Oktober-Dezember 2002 Die ADFC-Rundschau erscheint viermal
jährlich. Bayernteil
im PDF-Format
(110 KB) zum Rundschau-online
Die fahrradfreundlichste
Entscheidung des Jahres Landesaktiventreffen
2002 in Schney Richtig
radeln in Wald und Flur ADFC
gründet GmbH Erfolgreiches
ADFC-Produkt Fahrradtechnik
in der Grundschule Aus der
Rechtsprechung Regionalteile:
Altbayern, Franken, Schwaben Die
Mountainbike-Routenkarte Rhön Strudelrennen
in Regensburg Der
Umweltkönig" in Erlangen AK Rad
und Bahn" Memminger
Rillenstein" Tipps
für Radverkehrsanlagen
Geleitwort Die fahrradfreundlichste Entscheidung
des Jahres Zur fahrradfreundlichsten Entscheidung
des Jahres wählten wählten 55,8 % der Abstimmenden
die diesjährige bayernweite Aktion der AOK und des ADFC
Bayern Mit dem Rad zur Arbeit" im Rahmen der
bundesweiten Abstimmung best for bike". Den Preis
hatten der Zweirad-Industrie-Verband, die
Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Städte und
Gemeinden in Nordrhein Westfalen" und das
Bundesverkehrsministerium ausgelobt. Ein eindrucksvolles
Ergebnis, über das wir uns mit Recht freuen
können! Der Preis von 3.333 Euro wurde der AOK
und dem ADFC auf der Zweiradmesse IFMA in Köln vom
Landesverkehrsminister Schwanholdt des Landes NRW
übergeben. Bundesverkehrsminister Bodewig mußte
leider kurzfristig absagen. Dies ist der vorläufige
Höhepunkt einer für mich bisher beispiellosen
Aufmerksamkeit: Seit Anfang 2001 war ich mehrfach auf
Veranstaltungen im In- und Ausland eingeladen, um über
die Aktion und ihre Hintergründe zu
berichten. Das Konzept an sich ist aus
Dänemark übernommen worden. Der dortige
Radfahrverband DCF führt den Wettbewerb in eigener
Regie seit vier Jahren mit großem Erfolg durch, bei
dem sich zuletzt über 100.000 Dänen beteiligten.
Bezogen auf die Bevölkerung würde dies für
Bayern einer Teilnehmerzahl von rund 250.000
entsprechen. Das besondere an unserem Konzept ist
jedoch, dass neben der Gesundheitskasse AOK auch das
bayerische Gesundheitsministerium, der DGB Bayern und die
Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft mit dabei sind. Eine
breite Allianz, die in dieser Form europaweit einmalig ist.
Dies gelang vor allem deshalb, weil allen das Thema
Gesundheit ein Anliegen ist. Bewegungsmangel und die daraus
resultierenden Krankheiten und Kosten betreffen alle, vor
allem natürlich die Sozialpartner und die Kassen. Die
europäische WHO Charta Verkehr, Umwelt und
Gesundheit" hat schon 1999 den Weg aufgezeigt, dass nur
Formen der Alltagsbewegung, und hier vor allem das Zu
Fuß gehen und das Rad fahren dauerhaft Abhilfe
schaffen können und die notwendige Vorsorge
bieten. Mit Hilfe des Wettbewerbs geben wir
vielen Mitmenschen die Gelegenheit, dies für sich auch
auszuprobieren. In diesem Jahr nahmen rund 10.000 in 925
Betrieben das Angebot an. Die Vorbereitungen für das
nächste Jahr laufen bereits. Geplant ist, den
Wettbewerb vom 23.6. bis 19.7.2003 durchzuführen. Mit
einem größeren zeitlichen Vorlauf für die
Planung und Werbung, hoffen alle Partner eine deutlich
höhere Beteiligung zu erreichen. Weitere Kooperationspartner haben
Interesse an der Aktion gezeigt und werden diese
wahrscheinlich auch mit eigenen Angeboten unterstützen.
Mehr dazu in den nächsten Ausgaben der Rundschau oder
auf unserer Internetseite des ADFC. Unfallfreies und
gesundheitsförderndes Radeln wünscht
Ihnen Ihr Armin Falkenhein
Das Landesaktiventreffen findet in
diesem Jahr vom 22. bis 24. November in Schloss Schney bei
Lichtenfels statt, das damit zum siebten mal Schauplatz
dieser Veranstaltung ist. Im Plenum wird es diesmal u.a. um
Verbraucherinteressen und Fahrradtechnik, die Forderung nach
einem Radverkehrsprogramm für Bayern, die Aktionen "Mit
dem Rad zur Arbeit", die Folgen der geplanten Gründung
einer ADFC-Bayern GmbH und den nächsten
ADFC-Landesvorstand gehen. In den Arbeitskreisen werden einige
dieser Fragen vertieft und weitere Themen aus den Bereichen
Touren/Touristik, Technik, Verkehrspolitik behandelt. Auch
die Beitragsaufteilung und die Rundschau sollen zur Sprache
kommen. Das Programm soll so gestaltet werden, dass
reichlich Zeit für informellen Erfahrungsaustausch und
Gespräche am Rande bleibt (bei denen es nicht nur um
den ADFC gehen muss). Wie immer steht das Treffen auch
ADFC-Mitgliedern offen, die erst überlegen, ob sie im
ADFC aktiv werden wollen. Das genaue Programm mit Angaben
zum Teilnehmerbeitrag, zum Anmeldeschluss usw. ist in der
Landesgeschäftsstelle erhältlich oder unter:
http://www.adfc-bayern.de/lat2002
abzurufen. AS
Radwandern und Mountainbiking findet
häufig auf land- und forstwirtschaftlichen Wegen statt.
Die meisten Wege im Wald &endash; auch die der bayerischen
Staatsforstverwaltung - sind Privatwege. Diese Privatwege
sowie auch öffentliche Rad- und Wanderwege unterfallen
dem naturschutzrechtlichen Betretungs- bzw. Benutzungsrecht,
wonach neben dem Wandern auch das Radfahren
grundsätzlich erlaubt ist, wenn sich die Wege
dafür eignen (Art. 23 Ziff. 1 Bayerisches
Naturschutzgesetz). Für die Eignung der Wege
hinsichtlich ihrer Bodenbeschaffenheit (Naturweg,
Schotterweg) gibt es in Bayern keine spezielle Definition.
Eine interne Rechtsauffassung des Bayerischen
Umweltministeriums definiert die Eignung über die
Nutzung durch Fußgänger. Man vertritt dabei die
Auffassung, dass auf Wegen, auf denen Fußgänger
unterwegs sind, eine Mindestbreite von 2 Metern als
angemessen gilt. Dies leitet man aus Art. 23 Ziff. 1 des
Bayerischen Naturschutzgesetzes "Dem Fußgänger
gebührt der Vorrang" ab. Grundsätzlich nicht
gestattet ist jedoch das Radfahren auf nicht befestigten
Rückegassen, Steigen und Lehrpfaden. Wenn ein solcher
Weg jedoch als Radwander- oder Mountainbike-Route markiert
ist, muss man sich keine Gedanken darüber machen, ob
man ihn mit dem Fahrrad befahren darf. Trotzdem gilt auf land- und
forstwirtschaftlichen Wegen &endash; auch auf
Mountainbike-Routen - die Straßenverkehrsordnung, weil
sie einem nicht eingeschränkten Personenkreis offen
stehen. Die Nutzung der Wege durch Radfahrer
kann durch Schilder eingeschränkt oder verboten werden.
Gebräuchlich sind dabei auch Schilder nach der
Straßenverkehrsordnung (STVO) wie z. B. das
Verkehrszeichen Nr. 250 "Verbot für Fahrzeuge aller
Art", das leider häufig wohl gedankenlos statt dem
"Verkehrszeichen Nr. 260 - Verbot für Krafträder,
auch mit Beiwagen, Kleinräder und Mofas sowie für
Kraftwagen und sonstige mehrspurige Kraftfahrzeuge"
angebracht wird. Wenn nicht einsehbar ist, warum auf dem
betreffenden Weg keine Radfahrer fahren dürfen, sollte
man beim zuständigen Forstamt nachfragen und ein
Zusatzschild "Radfahren frei" verlangen. Einschränkungen für das
Radfahren auf öffentlichen und nichtöffentlichen
Straßen und Wegen können auch in (Natur)-
Schutzgebieten verfügt werden (Art. 26 BayNatSchG).
Diese müssen jedoch durch Hinweisschilder kenntlich
gemacht werden, aus denen Art und Umfang der
Einschränkung zu ersehen sein muss. Konkret bedeutet dies: Wenn in einem
Schutzgebiet das Radfahren verboten ist, muss an den
hineinführenden Wegen darauf aufmerksam gemacht werden.
Wenn das Radfahren nur
eingeschränkt ist &endash; z. B. nur auf den als
Radwander- oder MTB-Routen markierten Wegen erlaubt ist - so
muss dies ebenfalls an den hineinführenden Wegen
deutlich gemacht werden. In diesem Fall werden die
Radwander- oder MTB-Zeichen zwar nicht zu amtlichen
Zusatzzeichen, sondern dienen der Kennzeichnung der
erlaubten Routen und damit der Orientierung der Radfahrer.
Wenn man sich nicht daran hält, kann dies nach dem
Bayerischen Naturschutzgesetz mit einem Bußgeld belegt
werden. Ein paar Grundsätze: Die Wege im Wald und in der
Flur sind in der Regel zur Bewirtschaftung von Forst und
Landwirtschaft angelegt. Mit Arbeiten an und auf den Wegen,
mit abgestellten Fahrzeugen und vor allem mit geschlossenen
Schranken oder anderen Hindernissen auf den Wegen muss man
deshalb immer rechnen. Fahrt deswegen vorausschauend und mit
angepasster Geschwindigkeit, damit ihr im Notfall
rechtzeitig reagieren und stets innerhalb der zu
überschauenden Wegstrecke zum Stehen kommen könnt.
Fußgänger haben
immer Vorrang. Macht Euch ihnen gegenüber rechtzeitig
bemerkbar, fahrt langsam an ihnen vorbei und haltet
genügenden Abstand! Ein freundlicher Gruß ist
nicht nur eine Form der Höflichkeit. In den frühen
Morgenstunden und späten Abendstunden ist das Wild am
aktivsten. Um Störungen zu vermeiden, die sich auf das
Verhalten der Waldtiere auswirken, fahrt bitte in dieser
Zeit nicht mit dem Bike im Wald.
Mit einem Mitgliedsbeitrag von meist
3,17 Euro pro Monat ist der ADFC immer noch ein relativ
"billiger" Verein. Um die Arbeit auf Landesebene und
insbesondere für hauptamtliches Personal finanzieren zu
können, hatte sich der ADFC-Landesverband Bayern
deshalb schon seit langem in Projekten engagiert, die aus
steuerlicher Sicht zum "Zweckbetrieb" oder zum
"wirtschaftlichen Bereich" gehören, wie z.B. der
Organisation von "Events". Aber auch um gemeinnützige
Vereinsziele selbst verfolgen zu können, mussten oft
Projekte initiiert werden, die aus steuerlicher Sicht dann
aber nicht als gemeinnützig, sondern als wirtschaftlich
angesehen wurden; genannt seien als Beispiele die
Übernahme von Planungsaufträgen oder die
Herausgabe und Bewerbung des Bett &
Bike-Verzeichnisses. Da der ADFC-Landesverband Bayern in
diesem Bereich in den vergangenen Jahren recht erfolgreich
war, könnte der Umsatz in diesem Bereich
allmählich an die gemeinnützigen Einnahmen
(Mitgliedsbeiträge, Spenden, Zuschüsse)
heranreichen, was steuerlich auch wieder nicht
erwünscht ist. Die Aktivitäten in den eher
wirtschaftlich ausgerichteten Projekten haben außerdem
inzwischen ein Ausmaß angenommen, das durch einen
Vereinsvorstand kaum mehr angemessen zu steuern und zu
verantworten ist. Schon in den letzten Jahren nahmen im
Landesvorstand die Diskussionen über diesen Bereich
immer wieder soviel Zeit und Kraft in Anspruch, dass manche
interessanten und wichtigen Fragen aus dem Bereich der
Lobbyarbeit etwas zu kurz kamen. Die wachsenden wirtschaftlichen
Aktivitäten waren auch im Rahmen des
Buchhaltungssystems des Landesverbandes kaum mehr angemessen
zu steuern und zu kontrollieren, da dieses vorrangig auf die
Sichtweisen des Gemeinnützigkeitsrechts ausgerichtet
sein muss. Beschluss der
Landesversammlung Als Geschäftsführer der
neuen Gesellschaft ist der bisherige
ADFC-Landesgeschäftsführer Wolfgang Slama
vorgesehen. Der ADFC-Landesverband sucht daher eine/n neuen
Landesgeschäftsführer/in. Sie bzw. er wird dann
eine verkleinerte ADFC-Landesgeschäftsstelle leiten,
die natürlich auch einen im Vergleich zu heute etwas
geänderten Aufgabenbereich haben wird. Aus diesem
Anlass erscheint in dieser ADFC-Rundschau erstmals ein
Stellenangebot des ADFC-Landesverbandes. AS
Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club
Landesverband Bayern e.V. (ADFC Bayern) ordnet seine
Aktivitäten neu. Deshalb sucht er zum 01. Januar 2003
oder später eine/n neue/n Landesgeschäftsführer/in Zu den Aufgaben gehören neben der
Leitung der Landesgeschäftsstelle die
Unterstützung und Beratung des Vorstandes, die
Betreuung der Gliederungen in ganz Bayern, die Organisation
von Veranstaltungen und insbesondere die Mitarbeit in der
Lobbyarbeit sowie der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
des ADFC. Weitere Informationen zur
Aufgaben-Stellung finden Sie unter Bewerbungen mit den üblichen
Unterlagen und Angaben zu den Gehaltsvorstellungen schicken
Sie bitte bis zum 20. Oktober 2002 an: Wolfgang Slama,
ADFC-Landesgeschäftsstelle, Landwehrstraße 16,
80336 München. Erfolgreiches ADFC-Produkt von Radlern für
Radler Die neue Regionalkarte "München / Mittlere Isar" des
ADFC ist ab sofort im Buchhandel und beim ADFC
erhältlich. Die Radwanderkarte im Maßstab 1:75000
umfaßt den Bereich der mittleren Isar von München
bis Landshut. Die Landkreise München, Dachau,
Pfaffenhofen, Freising, Landshut und Erding sind komplett
oder größtenteils enthalten. Die neue Radwanderkarte ist eine umfassende
Orientierungshilfe für den Freizeit- wie auch
sportlichen Radler. Sie bietet 18 regionale
Tourenvorschläge, die auf der Kartenrückseite
beschrieben sind und zeigt die beschilderten Radfernwege des
"Bayernnetz für Radler" auf. Ergänzt
gegenüber der ersten Auflage wurde sie um den
Ammer-Amper-Radweg, den Panoramaweg Isar-Inn und den Radweg
Via Julia. Bei der Auswahl der Routen wurde auf einen
Bahnanschluss geachtet, so dass die meisten Ziele per MVV
oder DB zu erreichen sind. Auch leiten verkehrsarme Wege aus
der Stadt München heraus. Die Karte zeichnet sich durch
eine genaue Klassifizierung des Routennetzes aus. Neben
einer kartenüblichen Legende enthält sie
radlspezifische Zusatzinformationen: Informationen über
Oberflächenbeschaffenheit der Wege und
Straßen Steigungen sind durch Steigungspfeile
gekennzeichnet wichtige Straßennamen in Städten und
Gemeinden erleichtern die Orientierung vor Ort neben Sehenswürdigkeiten und
Freizeiteinrichtungen sind Radlwerkstätten und
Fahrradvermietungen vermerkt einzigartig in dieser Regionalkarte ist die
Kennzeichnung der "Brotzeitoasen", Märkte und
Hofläden der Verbraucher- und Erzeugergemeinschaft
TAGWERK Die Regionalkarte "Mittlere Isar" bildet einen
hervorragenden Lückenschluß zu den bereits
vorhandenen ADFC-Karten Ingolstadt / Altmühltal,
Augsburg, München / Voralpenland und Chiemgau. Das
beschriebene Gebiet zeigt viele heimatliche Kleinodien auf
und erschließt einen Bereich abseits der viel
befahrenen Isarradwege. Da die Münchner Voralpen und
Augsburger bereits im Frühjahr erschienen sind und die
Chiemgauer Regionalkarte in der Überarbeitung ist,
besitzt der ADFC in Südbayern zur Zeit das aktuellste
und optimal für Radwanderer geeignete
Kartenmaterial. Die ADFC-Regionalkarte, herausgegeben von der Bielefelder
Verlagsanstalt, ist im Buchhandel oder bei den ADFC
Kreisverbänden München, Platenstrasse 4, 80336
München und Landshut, Altstadt 105, 84028 Landshut
erhältlich und kostet 6,80 Euro
In der 4. Grundschulklasse erhalten
die Schülerinnen und Schüler die so genannte
Fahrrad-Ausbildung: Beamte der Polizei geben eine
Einführung in die Straßenverkehrsordung und
trainieren die theoretischen Kenntnisse anschliessend auf
einem Übungsparcours. Erst nach Abschluß dieses
Trainings ist es den Schülerinnen und Schülern
offiziell erlaubt, mit dem Fahrrad zur Schule zu
fahren. Leider beantwortet die
Unterrichtseinheit bislang keine Fragen zu Sitzposition,
Beleuchtung oder den kleinen Dingen, die das Radfahren
leichter machen können. Um diesem Defizit zu begegnen,
wurde an der Grundschule in Bubenreuth auf Initiative eines
ADFC-Mitgliedes erstmals versucht, "Fahrradtechnik" für
Grundschüler" in einer Unterrichtsstunde zu
vermitteln. Nach Gesprächen mit der
Schulleiterin und der Klassenlehrerin war es am 13. Mai 2002
soweit: Achtzehn Augenpaare warteten gespannt, was der Mann
mit der großen Kiste voller Fahrradutensilien ihnen
wohl erzählen würde. Und der begann mit der Frage
"Warum kippen wir beim Radfahren nicht um?". Ein in Drehung
versetztes Laufrad half, die Antwort zu finden. Alle
Schüler konnten damit die Kräfte beim Kippen
selbst erleben &endash; Physik zum Anfassen. Auch bei den
folgenden Themen Sitzposition, Trittfrequenz, Bedeutung des
Reifenluftdrucks und Beleuchtung waren alle voll bei der
Sache. Zum Abschluß wurde es dann noch einmal
praktisch: auf dem Schulhof trat die Klasse mit ihren
Fahrrädern an, um die Einstellung der Sitzposition
überprüfen und ggf. korrigieren zu lassen.
Die positive Resonanz auf diese Aktion
wirft die Frage auf, ob die Vermittlung von
Fahrradtechnik-Grundlagen nicht fester Bestandteil der
Verkehrsausbildung in der 4. Jahrgangsstufe sein sollte. Die
Freude an der Benutzung des Fahrrades liesse sich damit
sicher spürbar erhöhen. Und die ist sicherlich
auch mit entscheidend dafür, wie lange das Fahrrad als
Verkehrsmittel erste Wahl bleibt. Martin Voellmecke, ADFC
Erlangen
Interessante Gerichtsurteile für
Radfahrer (Teil 1) Radfahrer auf dem linken
Gehweg Überquert ein Radfahrer, der auf
dem linken Gehweg heran kommt, die Fahrbahn einer
Querstraße, so haftet er in vollem Umfang für den
Schaden, der bei einer Kollision mit einem linksabbiegenden
Kraftfahrzeug entsteht. Urteil des AG Bad Homburg,
Aktenzeichen 2 c 1461/99 -10 Vorrang des
"Fahrbahnverkehrs" Endet ein ausgewiesener kombinierter
Rad- und Fußgängerweg einer übergeordneten
Straße nach einem Schwenk in einer untergeordnete
Querstraße, so dass der Radfahrer an dieser Stelle
nicht mehr parallel zur Straße fährt, sondern die
untergeordnete Querstraße überqueren muss, so hat
er die Vorfahrt des auf dieser untergeordneten Straße
herannahenden Verkehrs zu beachten. Urteil des OLG Hamm,
Aktenzeichen 27 U 29/00 Jugendliche als
Gefahrenquelle Ein Radfahrer, der an einer Gruppe ins
Gespräch vertiefter, teilweise verkehrsordnungswidrig
auf der Fahrbahn stehender, Jugendlicher mit hoher
Geschwindigkeit so nah vorbeifährt, dass durch eine
unbedachte Bewegung einer der Jugendlichen zu Fall kommt,
hat den ihm dadurch entstehenden Schaden zu 70 Prozent
selbst zutragen. Urteil des OLG Köln, Aktenzeichen 11 U
16/00 mitgeteilt von Rechtsanwalt Oliver
Schreiber, Tel. 089/ 41 90 15 61, e-mail:
RA.OliverSchreiber@gmx.de
Auf der nächsten
Landesversammlung im Frühjahr 2003 steht die Wahl des
Landesvorstands auf der Tagesordnung.Da Armin Falkenhein
bereits bei der letzten Wahl angekündigt hatte, dass
die aktuelle Amtszeit als Vorsitzender seine letzte sein
werde, möchte der Vorstand alle Mitglieder und Aktive
dazu aufrufen sich bereits frühzeitig Gedanken zu
möglichen KandidatenInnen für dieses Amt und die
anderen Ämter im Landesvorstand zu machen. Auch deshalb
wird es in Schney dazu eine Arbeitsgruppe geben.
HS
Ein weiterer wichtiger Schritt zum
konfliktfreien Mountainbiking in der Rhön Nachdem in der Rhön ein mit
vielen Interessensverbänden abgestimmtes
Mountainbike-Routennetz entstanden ist, gibt es seit Juni
2002 auch die dazugehörige Karte. Die
Mountainbike-Routenkarte ist in Zusammenarbeit zwischen dem
ADFC Rhön-Grabfeld e.V. und dem Galli-Verlag
(Hohenwart) entstanden und bundesweit in Buchhandlungen
sowie im Gebiet der Rhön bei Fahrradhändlern,
Rhönlädchen, den Info-Wagen auf der Hochrhön
und Tourist-Infos erhältlich (ISBN 3-931944-83-2).
Siehe auch im Internet unter: http://www.radl-rhoen.de oder
unter
Gelungener Werbeauftritt für
den ADFC Regensburg Angeregt durch die Anfrage eines
Mitgliedes, am diesjährigen Regensburger
Strudelrennen" am 6. Juli 2002 mit einem eigenen
Fahrzeug teilzunehmen, haben sich einige Aktive daran
gemacht, die Konstruktion und den Bau eines solchen
Fahrzeuges" in Angriff zu nehmen. In einer
mehrmonatigen Bau- und Testphase (April bis Juli) entstand
ein Katamaran mit kettengetriebenen (2 Tandem)
Schaufelrädern und einer Vorderradfelge als Steuerrad
(Seilzugübersetzung mit Umlenkrollen zum Steuerruder).
Verwendet wurden unter anderem ca. 200 kg Stahl, mehrere
leere Fässer als Schwimmkörper sowie vier alte
Fahrradrahmen als Sitzgelegenheit. Nicht zu vergessen einen
Sitz für unsere Nixe" als Steuerfrau. Selbst das
regnerische Wetter hat uns und den anderen teilnehmenden
Mannschaften (insgesamt 8) am Tag des Rennens nicht den
Spaß verdorben. Beim Rennen durchfuhren wir die
Steinerne Brücke", verfehlten jedoch mit unserer
Lanze" die zwei Schalter". Die benötigte
Zeit, die gemessene Applauslautstärke sowie die
Jurywertung ließen uns den 6. Platz erreichen. Wir
werden beim nächsten Strudelrennen 2004 sicher wieder
teilnehmen. Das Ergebnis der Aktion war aus Sicht des ADFC
ein gelungener Werbeauftritt für den ADFC Regensburg,
der sich auch in den erheblichen Zugriffssteigerungen auf
unserer Internetseite wiederspiegelt. Unter unserer
Internetseite findet man weitere Bilder über das
Strudelrennen sowie den Bau- und die Testphase. Günter
Lehnen, KV Regensburg, weitere Bilder unter:
www.adfc-r.de
Der Umweltkönig" in der
Erlanger Sänfte" Gelungener Werbeauftritt für den
ADFC Erlangen Inzwischen ist es ja schon
(mindestens) bayernweit bekannt, dass die Stadt Erlangen
heuer ihren 1000. Geburtstag feierte und immer noch feiert.
Das gigantische Geburtstagsparty-Wochenende 7. - 9. Juli ist
allerdings schon gelaufen; nicht nur die Erlanger und
auswärtigen Mitfeierer waren begeistert, sogar
sämtliche Presseberichte waren absolut euphorisch, und
das Bayerische Fernsehen widmete der Stadt Erlangen die
ganze 40 Minuten lange Frankenschau am Sonntagabend, in der
auch 3 ADFC-Radler aus Erlangen on tour zu sehen waren.
Wir können hier eine kleine
Nachlese liefern, die insbesondere den großen
historischen Festumzug vom 9. Juli betrifft, denn daran war
auch der ADFC beteiligt (neben weiteren 113 Gruppen mit fast
3.500 Teilnehmern, rund 70 Fahrzeugen und 70 Tieren). Als
87. Gruppe waren wir dazu ausersehen, den Beginn der
Radlerstadt Erlangen" im Jahre 1974 darzustellen unter
dem selbst gewählten Motto Der Bürger
fährt Rad". Geboren (und ausgeschmückt) wurde
die Idee - wie könnte es anders sein - am Stammtisch.
Unter der Federführung von Gerhard Groß nahm sie
dann langsam Gestalt an, wobei es in der letzten Woche vor
dem Festumzug noch mal recht hektisch wurde,
schließlich ist der ADFC kein Faschingsverein. Wie
gut, dass der ADFC in seinen Reihen so viele verschiedene
Talente hat. So wurde er dann doch noch rechtzeitig fertig,
der Umweltkönig" in seiner von der
Oldenburger Sänfte" abgeleiteten Erlanger
Sänfte". Die schaukelte ihn dann beim
Jubiläums-Festumzug sanft, wie es sich für eine
Sänfte gehört, durch die Erlanger Innenstadt -
bewegt von 2 Lakaien" (ADFC-Radlern auf
Dreirädern). Das königliche Gefolge bestand aus
dem wahren Adel der heutigen Zeit: den radelnden
Bürgern, vertreten durch jeweils: 1 Familie (Vater mit
Sohn auf Tandem, Mutter mit Töchtern im
Kinderanhänger), 1 Beamter (auf Wanderer-Rad aus dem
Jahre 1953), 1 Rentner (auf Rennrad - besonderer
Schmunzeleffekt bei den Zuschauern), 1 Hausfrau (mit
Gemüse + Blumen im Fahrradkorb), 1 Siemensianer (mit
Aktenkoffer auf Liegerad), 1 Pendler (auf Faltrad). Leider
waren die Kommentatoren, die entlang der Strecke postiert
waren, schlecht vorbereitet und auch nicht in der Lage, den
Sinn unseres Beitrages im Vorbeifahren so schnell zu
erfassen, nämlich - hier sei es noch einmal deutlich
gesagt - dass erstens der Radler dadurch, dass er die Umwelt
weder belastet noch schädigt, der wahre
Umwelt-König ist und zweitens das Fahrrad inzwischen
bis in höhere Gesellschaftsschichten vorgedrungen ist,
so dass selbst ein König heute in Erlangen Rad fahren
würde. Mit freundlichem Beifall wurde auch
unser Konvoi von den (geschätzten) 50.000 Zuschauern
bedacht; allerdings hatte die Realisierung der Idee viel
Mühe und Zeit gekostet, und gefragt, ob er es noch
einmal tun würde, wiegte Gerhard Groß, der
Initiator und Hauptakteur vom ADFC Erlangen, bedenkenschwer
das Haupt. - Nun ja, bis zur nächsten 1000-Jahr-Feier
dauert es noch etwas, und in der Zwischenzeit verblasst
vielleicht die Erinnerung an den nicht unerheblichen
Arbeitsaufwand. Ingrid Herzog, KV Erlangen AK Rad und Bahn"
In einem zweiten Treffen hat der AK
Rad und Bahn einen Fragenkatalog für
Bundestagskandidaten erarbeitet. Dieser ist an alle
bayerischen Kreisverbände geschickt worden (und steht
im Aktivenbereich der ADFC-Bayern Webseite), so dass man vor
Ort vor der Wahl die Kandiaten und nach der Wahl die neu
gewählten Bundestagsabgeordneten befragen kann, was sie
gegen den Wegfall der Fahrradmitnahme im DB-Fernverkehr tun
wollen. Noch können sie nämlich etwas tun, denn
noch hat der Bund 100% der Aktien der DB Reise und Touristik
AG. Kostenlose Fahrradmitnahme Beim Thema kostenlose
Fahrradmitnahme im Nahverkehr" wird es ein Schreiben an die
Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) geben, die in Bayern
den Nahverkehr bestellt und bezahlt. Dieses Schreiben wird
einige Vorschläge enthalten, wie man dort hinkommt,
denn im AK herrschte Einigkeit, dass man sie nicht von einem
Tag auf den anderen bekommt. Außerdem haben die
meisten AK-Mitglieder ein weiteres Mal betont, dass es schon
jetzt völlig mit Fahrrädern überlastete
Züge gibt, und damit eine kostenlose Mitnahme die
kathastrophalen Zustände auf einigen Strecken noch
verschlimmern würde. Daher wird nach Kompromissen
gesucht, z.B. kostenlose Mitnahme Montag bis Freitag, oder
nur auf bestimmten, schwach ausgelasteten Strecken
etc. Künftiger Nahverkehr? Es wurden auch weitere Aktionen
beschlossen, z.B. der Versuch, bei künftigen
Schienennahverkehrs-Ausschreibungen größere
Rad-Abteile als bisher zu verlangen. Momentan sind
Nahverkehrszüge auch ohne Radabteil möglich, wenn
Mitnahme in den Einstiegsräumen erlaubt werden kann.
Die daraus folgenden Zustände wurden im vorigen Punkt
beschrieben. Mitmachen auch per e-mail Wer seine Vorschläge, Erfahrungen
etc. mit dem Thema Rad und Bahn" einbringen
möchte, kann dies gerne auch per Mail tun. FrankWessel,
das für Rad und Bahn zuständige Vorstandsmitglied,
ist telefonisch unter 09191-2494 erreichbar, per Mail unter
Frank.O.Wessel@gmx.de. FOW Memminger Rillenstein"
Jeder Radler kennt das Problem der
holprigen straßenbegleitenden Radwege und die
Hoppser" an Einmündungen, weil unzureichend
ausgelegte Randsteinabsenkungen überfahren werden
müssen. Die Stadt Memmingen hat in Zusammenarbeit mit
der Firma Beton-Braun einen neuartigen Betonstein
entwickelt, um dieses Problem zu entschärfen bzw. zu
lösen. Dabei handelt es sich um Betonplattensteine, in
die längs mehrere Rillen (zur Wasserableitung)
eingelassen sind. Diese Platten werden statt der bisherigen
abgesenkten Bordsteine in den Übergangsbereich
Radweg/Straße eingebaut und mindern die Hoppser"
erheblich. Wünschenswert wäre, das Produkt bereits
jetzt in den Gremien des ADFC bekannt zu machen. Das Produkt
befindet sich derzeit in der Markterprobung/Marktforschung
und wird noch in diesem Jahr in kleinen Stückzahlen
erhältlich sein. Olaf Tobiasch, ADFC KV Fürth,
weitere Infos im Internet: http://www.adfc-bayern.de/rillenstein.htm
Firma Beton-Braun, Tel. 07331/3003-0 Wir wollen, dass mehr Leute
radfahren! Tipps für Radverkehrsanlagen Tipps zur Radverkehrsgestaltung in
kleinen und mittleren Gemeinden, für Aktive im ADFC, in
der Agenda 21 usw., für neu- und wiedergewählte
Gemeinderäte. Dieser Beitrag sollte eigentlich schon
in der letzten ADFC-Rundschau abgedruckt werden, musste aber
aus Platzgründen auf diese Nummer verschoben werden
[die Red.] Was bringt's? Radfahren schafft Platz: Jeder
Radler mehr ist ein Auto weniger auf der
Straße Radfahren macht Bewegung
für Herz und Knochen, das hilft der
Gesundheit Radfahren macht den Schulweg
sicherer Radfahren vermeidet Lärm
und Abgase Radfahren baut Stress
ab Radfahren schafft Kommunikation
und Flair: Man sieht sich, wenn man sich begegnet Radfahren spart Zeit im Bereich
bis 5 km und erlaubt Wegeketten: nach dem Büro noch
schnell zum Bäcker und zur Post ... Was brauchen
RadfahrerInnen? Radverkehr ist vielfältig:
Berufstätige wollen rasch zur Arbeit, Senioren wollen
sicher sein vor den Autos, Kinder wollen sich austoben,
Eltern wollen ihre Kinder begleiten und beaufsichtigen,
Hausfrauen wollen schwer beladen heim Radverkehr verbindet
Wohngebiete mit Schulen, Läden, Arbeits- und
Freizeitstätten usw. Radrouten und Radverkehrsnetze
bündeln und führen den Radfahrer auf kurzen Wegen,
in ruhigen Straßen, an stark befahrenen
Streckenabschnitten auch auf Radwegen oder
Radfahrstreifen. Radfahren muss machbar
erscheinen: Sichere, zügig und komfortabel befahrbare
Wege, leicht zu finden, wenig Konfliktstellen mit Autos oder
Fußgängern, keine Schikanen, keine
Umwege Radfahren muss Spaß
machen, sonst steigt keiner um Gehen und Radeln soll
mindestens so sicher und stressfrei sein wie Autofahren. Es
muss vor allem so wahrgenommen werden. Auch Radler sind sowohl
fließender wie auch ruhender Verkehr: An Zielpunkten
braucht es geeignete Abstellanlagen. Was bedeutet das für die
Ortsplanung? Radler haben häufig andere
Vorstellungen als Planer und Behörden. Radler fahren überall,
Behörden wollen Radwege bauen Radler brauchen durchgehende
Routen, Behörden addieren
Teilstück-Kilometer Eine Angst-Ecke" kann
eine ganze Route entwerten Was bedeutet das für die
Politik? Grundsätze müssen
überprüft werden: Ist fließender
Autoverkehr wichtiger als sicherer Schulweg? Ist Fahrmöglichkeit auf
dem kürzesten Weg mit dem Auto wichtiger als sichere
Erreichbarkeit aller Punkte im Ort mit dem Rad? Wer kommt zuerst bei der
Planung? Der zügige Abfluss des Autoverkehrs durch
Optimalausbau oder die Sicherheit der Fußgänger
und Radler durch angemessene Grundversorgung? Wieweit soll gedacht werden?
Die Zuständigkeit endet zwar am Ortsschild, der
Radverkehr geht aber darüber hinaus. Vorgehen: Zwischen welchen Zielpunkten
innerhalb der Gemeinde soll ein Radverkehrsnetz entstehen?
Welche Verbindungen zu Nachbarorten sind
wünschenswert? Welche Verbindungen sind
bereits vorhanden und allgemein in Gebrauch? Wo kann man
ordentlich radeln, mit oder ohne Radweg? Welche Verbindungen fehlen? Wo
schrecken Straßen vom Radeln ab? Wo sind Knotenpunkte
für Radfahrer umständlich oder gefährlich
gestaltet? Wenn man einfach die zum Radeln ungeeigneten
Strecken aus dem Plan ausstreicht, sieht man wo was getan
werden muss (und umgekehrt, wie viele Wege sich bereits
anbieten). Wie kann man Verbesserungen
erreichen, Alternativen suchen, Lücken schließen,
Gefahrstellen umgestalten oder umgehen Wo sind Regelungen und
Anordnungen getroffen, die mehr Radverkehr eher verhindern
als fördern? Unnötige, umständliche und
ungeeignete Radwege (auch gemeinsame Fuß/Radwege)
aufheben. Fahrrad-Wegweisung macht
empfehlenswerte Routen bekannt und wirbt schon durch ihr
Vorhandensein fürs Radfahren Abstellbedarf an den
Zielpunkten abschätzen, Abstellanlagen
einrichten Freizeit- und Ausflugsstrecken
am Wochenende für den Autoverkehr sperren Die Öffentlichkeit
über neue Radelmöglichkeiten informieren,
Eröffnungsfeste veranstalten, Nutzen des Radfahrens
kommentieren, Mut machen zum Radfahren auf der Fahrbahn (wo
es erlaubt ist) Was ist im Detail zu
beachten? Hauptunfallstellen sind
Kreuzungen und Einmündungen. Hier soll der Radverkehr
unbedingt im Blickfeld der Autofahrer geführt werden.
Radwege münden viel zu oft im toten Winkel der
abbiegenden Lkws. Auf Radwegen droht außerdem Gefahr
an Grundstücksausfahrten, durch unachtsame
Fußgänger, durch Hunde usw. Im Längsverkehr
auf der Fahrbahn sind Unfälle vor allem auf schmalen
Fahrbahnen mit starkem, schnellem Autoverkehr sowie durch
unacht-sam geöffnete Türen zu befürchten.
Subjektiv fühlen sich viele Radfahrer auf der Fahrbahn
unsicher und bedroht, weil die Gefahr schnell und von hinten
kommt. Das gilt mitunter auch für Radfahrstreifen.
Bei mäßigem
Autoverkehr und genügend breiter Fahrbahn sollten
Radler im Mischverkehr auf der Fahrbahn belassen werden. Das
wirkt dämpfend auf die Geschwindigkeit der Autos. In
Wohngebieten ist Mischverkehr fast immer die beste
Lösung, in Tempo-30-Zonen seit 1.2.2001 sogar
vorgeschrieben (d.h. hier sind benutzungspflichtige Radwege
gar nicht mehr zulässig) Freigabe von Fußwegen
für Radler (Zusatzzeichen) ein hilfreiches Angebot
für Radfahrer, die sich auf der Straße bedroht
fühlen. Andere, die zügig vorwärtskommen
wollen, dürfen auf der Fahrbahn bleiben. Ein baulich angelegter Radweg
ist teuer und nur in wenigen Fällen wirklich
erforderlich, aber keineswegs immer die einzige oder die
beste Lösung. Radwege beseitigen die Gefahr, im
fließenden Verkehr angefahren zu werden, sie schaffen
neue Gefahren an Kreuzungen, an Grundstücksausfahrten
und durch unachtsame Fußgänger. Ob ein Radweg als
attraktiv und sicher empfunden und zur Stärkung des
Radverkehrs beiträgt, hängt von vielen Details ab,
die sorgfältig gestaltet werden müssen. Radwege
führen dazu, dass der Autoverkehr schneller wird, da er
die Fahrbahn für sich allein hat. Radfahrstreifen auf der
Straße verbinden die Vorteile des Radelns auf der
Fahrbahn mit denen des Radwegs: Immer im Blickfeld und doch
auf eigener Spur. Allerdings wird das nicht von allen
Radfahrern so empfunden. Der Gesetzgeber sieht
Radfahrstreifen jedoch als sicher an und hat sie darum als
erprobtes Instrument neu eingeführt. Bürgersteige sind keine
Radwege, auch wenn sie dazu erklärt werden.
Fußgänger erleben den Radler als Eindringling und
damit fast zwangsläufig als Rowdy. Viele Radler erleben
das Radeln dort nicht nur als lästig, sondern auch als
gefährlich. Gemeinsame Fuß- und
Radwege sind gut an Landstraßen und in
Grünanlagen (Kriterium: Geringe bis mäßige
Verkehrsbelastung, kein Querverkehr). Linksseitige Radwege bzw.
2-Richtungs-Radwege sind an Kreuzungen und
Grundstückseinfahrten äußerst problematisch
für die Verkehrssicherheit. Außerdem erfordern
sie zwangsläufig am Anfang und am Ende je ein
Überqueren der Fahrbahn. Nachts ist, vor allem
außerorts, die Blendung der Radler durch
entgegenkommende Autos zu beachten Dr. Karl von Falkenhausen,
6.10.2002 - Tag der
Regionen 22.11.-24.11.2002 -
Landesaktiventreffen auf Schloss Schney 1.12.2002 - Redaktionsschluss für
Rundschau 1/2003 Impressum: ADFC-Rundschau, 12.
Jahrgang, Heft 4/2002, Oktober - Dezember 2002 Die ADFC-Rundschau erscheint viermal
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Herausgeber: ADFC-Landesverband Bayern e.V. Landwehrstr. 16,
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Ausgabe 1/2003: 1.12.2002 - Redaktionsanschrift: ADFC
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Redaktion: Bayernteil: Hubert Ströhle [HS]
(rundschau@adfc-bayern);
Regionalteil Altbayern: Hubert
Ströhle
(rundschau-altbayern@adfc-bayern.de); Regionalteil Franken:
Benjamin Thoden, Dr. Ute Biegelmann, Albrecht
Steindorff [AS]
(V.i.S.d.P.)(rundschau-franken@adfc-bayern.de); Regionalteil
Schwaben: Mathias Meinelt, Dr. Ute Biegelmann
(rundschau-schwaben@adfc-bayern.de)- Titel: Farbwerk,
München. Titelfoto: Joachim Heinke (Radler auf dem
ehemaligen DDR"-Grenzstreifen); Druck: Rosa-Druck,
Dietzstr. 1, 90443 Nürnberg, Tel.
0911/222088
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Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis

Landesaktiventreffen 2002 in Schney
Richtig radeln in Wald und Flur- gar nicht so
einfach
Jochen Heinke, MTB Landesbeauftragter des ADFC Landesverband
Bayern
ADFC-Landesverband gründet ADFC Bayern
GmbH"
Aus diesen Gründen hatte die Landesversammlung - wie in
der Rundschau 2/2002 kurz berichtet - im März 2002 in
Erlangen auf Antrag des Landesvorstandes beschlossen,
gemeinsam mit anderen Partnern eine "ADFC Bayern GmbH" zu
gründen, in die ein großer Teil dieser eher
wirtschaftlichen Aktivitäten übergeführt
werden soll. An der GmbH soll der ADFC-Landesverband e.V.
zwar den größten Teil der Anteile, aber nicht die
Mehrheit der Geschäftsanteile halten, um eine klare
Trennung der beiden Bereiche zu erreichen. Weitere Anteile
sollen daher von einer weiteren ADFC-Gliederung
(wahrscheinlich dem ADFC-Bundesverband) und zukünftigen
Beschäftigten der GmbH gezeichnet werden, die aus ihrer
bisherigen Arbeit entscheidende Kenntnisse mitbringen. Die
GmbH soll ihre Arbeit am 01. Januar 2003 aufnehmen. Für
die Nutzung des in vielen Jahren vom ADFC-Landesverband
erarbeiteten Know-Hows wird die GmbH an den
ADFC-Landesverband Lizenz-Gebühren zahlen.
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www.adfc-bayern.de/lgf.htm
für erste Auskünfte wenden Sie sich bitte an
Wolfgang Slama unter 089 / 55 35 75.
Fahrradtechnik in der Grundschule
Aus der Rechtsprechung
Landesvorstandswahl 2003
Die Mountainbike-Routenkarte Rhön
Strudelrennen in Regensburg
Arbeitsgruppe Verkehr Landkreis ADFC München
Landesweite Termine