ADFC-Rundschau 4/2003

Bayernteil

13. Jahrgang, Heft 4/2003,Okt.-Dez. 2003

Die ADFC-Rundschau erscheint viermal jährlich.
Das Jahresabonnement kostet 8 Euro (bei Postbezug).
Für Mitglieder des ADFC Bayern ist der Preis inklusive Postversand im Mitgliedsbeitrag enthalten. Herausgeber der ADFC Rundschau ist der ADFC-Landesverband Bayern e.V.. Weitere Angaben im
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ADFC-Rundschau 4/2003


Abgestiegen wird nicht

Ergebnis verdreifacht

Roter Radlerteppich für Bundestagsabgeordnete

Arbeitskreis Rad & Bahn

BR-Radltour 2003

Sprit sparen

Weltumradlung geschafft

Neuer Leiter FA Verkehr

Landesweite Termine

Impressum




Dr. Dietmar Habermeier
ADFC-Landesvorsitzender

Geleitwort

Abgestiegen wird nicht

Jeder kennt es: Manche Steigung zieht und zieht sich. So geht es uns mit der jetzt schon vor weit über einem Jahr gestarteten Initiative zur Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans vom April 2002 in ein „Radverkehrsprogramm für Bayern". Was sich dahinter verbirgt, zeigen - nur zu einem kleinen Teil - beispielhaft die Informationen auf der nebenstehenden Seite dieser und der letzten beiden RUNDSCHAU-Ausgaben.

Auch nach vielerlei Kontakten und Gesprächen mit dem Saatssekretär des Innern, dem stellvertretenden Vorsitzenden der Mehrheitsfraktion im Landtag, weiteren Landtagsabgeordneten, mit Vertretern des Umweltministeriums und der Obersten Baubehörde - selbstverständlich immer mit der gebotenen Verbindlichkeit - ist die Passhöhe noch nicht in Sicht. Obwohl wir die übernommenen Hausaufgaben wie brave Kinder gemacht, nämlich präzise Vorschläge unterbreitet haben für zu stellende Fragen, und einzuladende Institutionen und Experten zu der uns in Aussicht gestellten Anhörung vor dem Landtagsausschuss für Wirtschaft, Verkehr und Technologie. Dort sollen wir Gelegenheit haben, das unseres Erachtens noch recht entwicklungsbedürftige Verständnis der Staatsparteipolitik in Bayern für die Belange des Radverkehrs zu steigern. Entwicklungsfähig ist es allemal. In der aktuellsten Fortschreibung des Gesamtverkehrsplans Bayern, zu dessen Entwurf wir schon 2002 fundiert Stellung genommen haben, wird dem Radverkehr nach (!) der „Fahrgast- und Sportschifffahrt" in etwa derselbe Raum eingeräumt. Oder &endash; für uns schon fast diskriminierend - sich das Leugnen originärer Landeszuständigkeiten in der bemoosten Stereotype wiederfindet:„...Fahrradverkehr ist vor allem Nahverkehr. Deshalb sind zunächst die Städte und Gemeinden aufgefordert, für sichere Radfahrmöglichkeiten zu sorgen..." Wer so was schreibt, hat mehr Jahre verschlafen, als der ADFC alt ist (bald 25!).

 

Die Freistaatsinstanzen und deren nachgeordnete Behörden haben viel mehr Verantwortlichkeiten und Möglichkeiten zur effizienten Förderung des umweltverträglichsten Fahrverkehrs, als sie bisher wahrnehmen. Die haben wir x-mal öffentlich eingefordert und aufgeschrieben. Wer es wissen will, weiß es.

 

Uns bleibt weiterhin nichts anderes übrig, als beharrlich in die Pedale zu treten, bei den neu Gewählten und den Eminenzen in den Ministerien auf das große Ritzel schalten! Abgestiegen wird nicht.

Mit den besten Wünschen

für's letzte Quartal des Jahres!

Euer

Dietmar Habermeier

ADFC-Landesvorsitzender

 

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Um die RUNDSCHAU 1/2004 rechzeitig zu den Weihnachtsfeiertagen ausliefern zu können, ist es notwendig, den Redaktionsschluss auf den 17.11.2003 festzulegen. Regelmäßige Zulieferer aus den Kreisverbänden bzw. sonstige Autoren bitten wir, den Termin zu beachten.

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10% „Nicht- Radler" wollen radeln

Die mittlerweile vorgenommene Auswertung der Aktion 2003 hat gezeigt, dass man durch eigenes Erleben am ehesten Leute für das Fahrrad begeistern kann. So haben von den Teilnehmern, die normalerweise nicht mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren, immerhin 10 % angegeben, dass sie weiter mit dem Fahrrad fahren möchten.


Ergebnis verdreifacht

Rund 30.000 Teilnehmer aus mehr als 2.500 Betrieben haben in diesem Jahr an der von ADFC und AOK Bayern getragenen Aktion "Mit dem Rad zur Arbeit" teilgenommen. Damit wurden die Teilnehmerzahlen des Vorjahres verdreifacht. Dieses Ergebnis betrachten alle Beteiligten, neben der AOK und dem ADFC das Bayer. Gesundheitsministerium mit der Staatssekretärin Erika Görlitz als Schirmherrin, der Arbeitgeberverband "Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft" (vbw) und der Deutsche Gewerkschaftsbund als klare Bestätigung ihres Engagements.

Ziel der Aktion ist es, zu mehr Bewegung im Alltag anzuregen. Unsere Lebensweise ist bewegungsarm. Dies ist mit Ursache für zahlreiche Krankheiten, die letztlich auch viel Geld kosten. Die aktuelle gesundheitspolitische Diskussion zeigt, dass künftig mehr als heute jeder einzelne eigenverantwortlich Vorsorge für seine Gesundheit treiben muß. Neben den damit erhofften Einsparungen (allein durch mehr Bewegung schätzen Präventionsmediziner das Einsparpotential im Gesundheitswesen auf jährlich mehrere Milliarden Euro) setzt sich bei immer mehr Menschen die Erkenntnis durch, dass ein gesunder Lebensstil sinnvoller als die reine Reparaturmedizin ist. Vorsorge ist dabei jedoch eine Frage des Lebensstils. Mit dem Rad zur Arbeit ist eine, für viele Menschen überhaupt die Möglichkeit, sich ein Leben lang ausreichend Bewegung zu verschaffen ohne großen finanziellen und zeitlichen Mehraufwand. Schließlich spart man sogar Zeit, wenn auf dem Weg zur Arbeit schon das Fitnessprogramm erfüllt wird und nicht erst zusätzlich nach Feierabend (was dann ja auch selten lebenslänglich durchgehalten wird).

Ziel und Hintergrund der Aktion ist also mehr als zeitgemäß!

Aber nicht nur Arbeitnehmer werden letztlich durch attraktive Preise oder Kollegen zum Mitmachen verführt - auch die Arbeitgeber erhalten durch die Teams in den Betrieben vielfältige Anregungen, das Angebot für radelnde Mitarbeiter zu verbessern. Einzelne ADFC Kreisverbände konnten sogar Aktionen in Betrieben unterstützen. Da wurde über Radverkehrsangebote vor Ort ebenso informiert, wie mit der Fahrradcodierung ein Beitrag zur Diebstahlssicherheit geleistet wurde.

 

Deutlich wurde durch die Aktion 2003, dass neben der Werbung der AOK in den Betrieben vor allem die persönliche Ansprache ein wichtiger Erfolgsfaktor ist. Selbst die Verbreitung im Intranet oder Hausmitteilungen hatte selten den Erfolg, wie beispielsweise Kurzreferate über die Aktion in Betriebsversammlungen vor dem Aktionsstart.

 

So hat der ADFC auch schon mal einem Mediziner des staatlichen Gesundheitsamtes Folien für den Vortrag über Bewegung zur Verfügung gestellt. Im Aktivenbereich des Internetangebots des ADFC Bayern oder direkt bei der Landesgeschäftsstelle gab es Folien zur Aktion selbst.

 

Dabei kann mit der Werbung nicht früh genug begonnen werden! Örtliche ADFC Radtourenprogramme sollten für Juni / Juli 2004 einen Hinweis auf die Aktion enthalten und zur Teilnahme aufrufen.

 

Jedes ADFC Mitglied kann sich zudem im eigenen persönlichen Umfeld einbringen und für die Aktion werben. Ziel muss es sein, 2004 noch mehr Menschen davon zu überzeugen, dass Rad fahren gerade im Alltag sinnvoll und gut ist. Je mehr dies dann auch nutzen, desto mehr wird der Radverkehr an Bedeutung gewinnen und angemessen gefördert werden.

Erfreulich deshalb, dass sich AOK und ADFC schon soweit verständigt haben, dass es auch 2004 wieder heißt „Mit dem Rad zur Arbeit". Die Planungen laufen bereits. Neben der notwendigen Sponsorensuche - die Aktion will schließlich finanziert werden - geht es parallel auch um eine Ausweitung auf andere Bundesländer. Hamburg war dieses Jahr schon dabei - 2004 erwarten wir weitere Bundesländer. bp

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Roter Radlerteppich für Bundestagsabgeordnete

Selbst in der schon seit Jahrzehnten als kleines Radlermekka bekannten Stadt Erlangen muss sich der ADFC Spektakuläres einfallen lassen, damit behördliche Fehlentscheidungen öffentlich gemacht werden. Dafür rollten Aktive des mittelfränkischen Kreisverbandes einen Roten Teppich (Dank an den KV Nürnberg für die leihweise Überlassung des roten Teppichs) im Zuge einer Hauptveloroute über eine Kreuzung aus, an der vor Kurzem dem bisher bevorrechtigten Radverkehr die Vorfahrt gegenüber dem weitaus geringeren querenden Kfz-Verkehr genommen worden war. Warum dies? Ein paar Autofahrer hatten durch Unachtsamkeit daraus - nach Polizeistatistik - einen "Unfallschwerpunkt" mit verletzten Radlern gemacht. Die berechtigte, jetzt aber rechtswidrige Vorfahrt auf dem für zehn Minuten ausgelegten Teppich nahmen sich - vom Kfz-Verkehr ohne Hupen respektiert - die SPD-Bundestagsabgeordnete Heidi Wright, Mitglied des Verkehrsausschusses, neben der Mitinitiatorin des Nationalen Radverkehrsplans, der früheren Erlanger Abgeordneten Heide Mattischeck und dem Vorsitzenden des ADFC Bayern, Dietmar Habermeier. Auf dessen Einladung war Heidi Wright zu dieser Spontan-Demo des ADFC in die Radlerstadt gekommen.

Traudl Schröder

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Arbeitskreis Rad & Bahn

Fragen an die Landtagskandidaten...

...waren ein Produkt des AK Rad & Bahn. Was uns bei der Bundestagswahl Aufmerksamkeit und neue Kontakte eingebracht hatte, wollten wir nun auch bei der Landtagswahl machen. Schließlich ist der Nahverkehr in Bayern in Länderhand, er wird von der dem Wirtschaftsministerium zugeordneten Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) bei der DB Regio und anderen Eisenbahnverkehrsunternehmen bestellt.

Also fragten wir nach den zwei unseres Erachtens vordringlichen Themen, nach den oft völlig überbelegten Radabteilen im Nahverkehr und nach dem Tarifwirrwarr bei der Radmitnahme (mal kostenlos, mal DB-, mal Verkehrsverbund-Tarif, schwer verständliche Regelung bei "Grenzüberschreitungen"). Schließlich fragten wir, inwieweit die Kandidaten den Wettbewerb auf der Schiene fördern würden. Die Fragen haben wir an alle bayerischen Kreisverbände geschickt, damit diese sie an ihre örtlichen Landtagskandidaten weitergeben können.

Den genauen Wortlaut der Fragen und Antworten finden Sie im Intenet unter der am Ende des Artikels angegebenen Adresse. Wichtig: Die Antworten der Kandidaten bleiben auch nach den Wahlen im Internet stehen, denn wir wollen sie nicht nach der Wahl vergessen. Und die Kandidaten sollen es nach unserem Willen auch nicht...

Und sonst beim vierten Treffen?

Außer dem obigen Thema haben wir noch

- den so genannten "Verhaltenscodex Rad & Bahn (Arbeitstitel)" weiterbearbeitet.

- über die beiden "Radl-Expresse" Hanau-Regensburg und Ulm-Passau geredet. Das Wichtigste: Wenn es so etwas gibt, sollten sie nicht erst "in letzter Minute" beworben werden. Der ADFC ist bereit, hier zu helfen, er kann und will aber keine professionelle Werbung machen.

- uns für das Thema "Radmitnahmetarif" vorgenommen, erst einmal die Strecken zusammenzustellen, wo Radmitnahmekapazität fehlt und wo sie nicht ausgelastet ist. Nur so, so die einhellige Meinung, kommen wir bei diesem Thema weiter.

Einen Termin für das fünfte Treffen haben wir noch nicht vereinbart, das wollen wir erst beim Landesaktiventreffen in Lichtenfels-Schney tun. Der Termin wird wahrscheinlich im Februar liegen.

Aktuell: Neuer Fahrradwaggon. Auf der Strecke Nürnberg-Frankfurt hat die Bahn auf die an Sommerwochenenden viel zu kleinen Radabteile reagiert: Ende August stellte die Bahn in Nürnberg neue Wagen vor, die nach eigenen Angaben bis zu 25 Räder aufnehmen können. Eine Stelle in der Pressemeldung scheint besonders interessant: Der Freistaat Bayern beteiligt sich zu 75 Prozent an den Umbaukosten. Ein jeder möge sich die Frage selbst beantworten, ob es ohne diese Beteiligung solche Wagen gegeben hätte oder ob die Radmitnahme auf dieser Strecke so chaotisch geblieben wäre wie bisher. Auf jeden Fall zeigt sich hier, dass die Politik offensichtlich mit im Boot (oder sollte man sagen: "Mit im Waggon" ?) sitzt. Da fühlt man sich in der Entscheidung bestätigt, die Politiker auch zu befragen, siehe oben.

Wortlaut der Fragen/Antworten unter:

www.adfc-bayern.de/rad_bahn_anfrage.htm

Noch zwei Internet-Tipps:Informationen zur BEG finden Sie unter www.bayern-takt.de Infos zum Wettbewerb auf der Schiene finden Sie unter www.mehrbahnen.de



BR-Radltour 2003

Bayerns größtes Fahrradereignis fand dieses Jahr zum 14. Mal statt. Vom 26. Juli bis 2. August radelten 1.200 begeisterte Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch den Südosten Bayerns. Diesmal führte die 450 km lange Strecke von Traunstein im Chiemgau nach Schwandorf in die Oberpfalz. Das tägliche Pensum lag zwischen 70 und 90 Kilometern. Die vierte Etappe - von Osterhofen nach Regen - war die Königsetappe der diesjährigen Tour. Auf der Ruselstrasse mußten 540 Höhenmeter am Stück bewältigt werden.

 

Die BR-Radltour ist nicht nur eine sportliche Herausforderung für die Radler, sondern auch eine logistische Leistung der Organisatoren. Die 1.200 Radler wurden begleitet von verschiedenen Teams: Polizei, Bayerisches Rotes Kreuz, Technisches Hilfswerk und natürlich vom ADFC. Das ADFC Team bestand aus 30 engagierten Aktiven aus verschiedenen Kreisverbänden. Dessen Aufgaben umfassten die Aus- und Abschilderung, die Tourenführung und vor allem technische Hilfestellungen während der Fahrt und in den Pausen. 1.500 Pannen wurden vom mobilen Reparaturteam, so schnell es ging behoben. Und abends, wenn andere schon feierten, sorgten die Techniker des ADFC dafür, dass die Räder am nächsten Morgen wieder einwandfrei eingesetzt werden konnten.

 

An jedem Etappenziel gab es kostenlose Open-Air-Konzerte, welche auch von den Einheimischen sehr gut besucht wurden. Auch an den Abendveranstaltungsorten gab es für das ADFC-Team alle Hände voll zu tun. Erstmals wurde das ADFC-Promotionzelt mit großem Erfolg eingesetzt und unter dem „ADFC-Dach" das touristische Angebot sowie die Erfolgsprojekte „Deutschland per Rad entdecken" und „Bett & Bike" präsentiert. Unterstützt wurde das bayerische ADFC-Team dieses Jahr von Petra Wedel von der ADFC-RADWELT, welche sich erfolgreich dem Thema Mitgliederwerbung während der BR-Radltour angenommen hatte.

 

Auch ADFC-Prominente waren auf der Tour dabei: Alt-Bundesvorsitzender Karl-Ludwig Kelber sowie die stellvertretenden Landesvorsitzenden Eva Wirth und Thomas Kirchhammer haben ihre Aufgaben auf vielfältige Weise wahrgenommen. Gast für einen Tag war in Regen der Landesvorsitzende Dr. Dietmar Habermeier, um sich ein Bild von diesem großen Radl-Ereignis zu machen. Begeistert vom Ablauf und von der Stimmung unter den Teilnehmern und den Teams kündigte er an, nächstes Jahr per Rad dabei zu sein.

Gabriele Irrek

Prominente bei der BR-Radltour

Zunehmend zieht die BR-Radltour auch anderere Prominente in ihren Bann. Neben radelnden Ministern, Landtagsabgeordneten, Landräten und Bürgermeistern sind auch Grössen der Sport und Medienwelt gerne mit dabei.

Der bayrische Minister für Verbraucherschutz Sinner (li.) und MdL Manfred Christ (re.) erschienen sogar in der kurzfristig angesetzten Fraktionssitzung im Landtag im BR-Radltour Trikot, um anschliessend wieder zur BR-Tour zurückzukehren.

Fotos zur BR-Radltour auf der Umschlagseite hinten oder:

www.br-online.de/radltour



Sprit sparen

Die beste Methode, Sprit zu sparen, ist natürlich das Fahrad zu benützen und den Sprit in Form von Apfelschorle oder Wasser aus dem Flaschenhalter zu tanken. Aber manchmal will oder kann man auf ein Auto nicht verzichten und dann erlaubt eine geeignete Fahrweise mit bis zu 20 % weniger Sprit auszukommen. Gewusst wie kann das auch ein durchschnittlicher Autofahrer alleine durch eine kluge Fahrweise einsparen.

 

Ulrich Pfeiffer ist Ökofahrtrainer und schult mit seiner Firma Eco-Consult seit fünf Jahren ganze Abteilungen von Firmen und auch interessierte Einzelpersonen in ganz Deutschland. Sein Lehrfach ist die sparsame Fahrweise mit dem Auto. Das Ergebnis ist immer ähnlich: Wenn seine Schüler nach der Schulung einen Testparcours ein zweites Mal absolvieren, dann brauchen sie regelmäßig ein Fünftel weniger Sprit.

Tempo 50 im Fünften

Es ist gar nicht schwierig - die wesentlichen Aspekte energiesparenden Fahrens reduzieren sich nämlich auf wenige Punkte. Zum einen ist frühes Hochschalten wichtig. Viele Autofahrer haben in der Fahrschule noch gelernt, man fahre im mittleren Drehzahlbereich am sparsamsten, doch das gilt heute schon lange nicht mehr. Seit der Vergaser durch den Einspritzer ersetzt ist, sind Autos im unteren Drehzahlbereich am sparsamsten. Heutige Motoren erreichen bereits bei 1750 Umdrehungen ihr maximales Drehmoment. Konkret heißt das: Tempo 50 im fünften Gang fahren. Wer noch im dritten fährt, braucht doppelt so viel Sprit, im zweiten gar dreimal so viel. Egal übrigens, ob mit Benziner oder Diesel. Wichtig ist auch, dass nicht ausgekuppelt wird, wenn der Wagen in der Ebene rollt, etwa vor einer Ampel. Denn sofort zieht der Motor seinen Leerlaufverbrauch. Bleibt der Gang aber drin und der Motor damit in Schwung, reagiert bei Rücknahme des Gases die Schubabschaltung. Damit verbraucht der Motor überhaupt nichts.

 

Beim Halten gilt konsequent: Motor aus. Das baden-württembergische Umweltministerium hat festgestellt, dass ein Motor, der in einer Minute 17-mal gestartet wird, weniger verbraucht als der gleiche Motor bei einer Minute Standgas.

 

Sparsam fahren heißt natürlich auch immer vorausschauend fahren. So ist es angebracht, den üblichen Sicherheitsabstand noch durch einen Pufferabstand zu ergänzen, damit man nicht jedes Mal bremsen muss, wenn es der Vordermann tut. Einen willkommenen Zusatzeffekt kann Öko-Lehrer Pfeiffer bestätigen: „Fahrer, die unsere Spartraining gemacht haben, reduzieren zugleich die Unfallzahlen". Firmen, die ganze Fuhrparks im „Eco-Fahrstil" schulen ließen, belegten das, sagt er. Trotz geringerem Spritverbrauch und höherer Sicherheit ist der Öko-Fahrstil aber nicht einmal langsamer. Im Gegenteil: Bei Testfahren wird die mittlere Geschwindigkeit oft sogar noch ein klein wenig höher, weil früher geschaltet wird.

 

Reifendruck und Müll im Kofferraum

Doch nicht nur durch unbewusste Fahrweise wird viel Treibstoff vergeudet. Auch ein nachlässiger Umgang mit dem Fahrzeug kann enorme Mengen Sprit kosten, etwa ein zu geringer Reifendruck. Wer also stets den Reifendruck auf jenem Level hält, der dem beladenen Fahrzeug zugedacht ist, kann gegenüber einem Durchschnittsfahrzeug fünf Prozent Treibstoff sparen (das gilt übrigens natürlich auch am Rad, wo ein optimaler Druck den nötigen Krafteinsatz reduziert).

 

Engergieverschwender im und am Auto gibt es zuhauf: Die Klimaanlage braucht zwischen 0,5 und 1,6 Liter auf 100 Kilometer, die Heckscheibenheizung etwa 0,4 Liter. 100 Kilo Zuladung in der Stadt bringen 0,6 Liter Mehrverbrauch. Wer also sinnlosen Ballast im Kofferraum spazieren fährt, nur weil er zu bequem war ihn auszuräumen, verbrennt mit dem Wagen unnötig viel Energie. Ein Dachgepäckträger frisst bei 80 Stundenkilometern 0,7 Liter, ein Fahrrad auf dem Dach gar bis zu vier Liter je 100 Kilometer (da ist der Bahntransport meist noch billiger).

 

Eine wichtige Entscheidung über seinen Spritverbrauch und seinen Schadstoffausstoß fällt der Autofahrer natürlich bereits beim Kauf des Fahrzeugs. Und ein ganz wichtiger Aspekt beim umweltgerechten Fahren bleibt die Empfehlung, bei Kurzstrecken das Auto stehen zu lassen. Denn auf den ersten Kilometern ist der Verbrauch bis zu fünfmal höher als der Durchschnitt. Erst nach vier Kilometern ist üblicherweise die Warmlaufphase abgeschlossen - auf den klassischen Fahrraddistanzen gehört das Auto also zu den gigantischen Energieverschwendern und dabei ist das Rad bei Strecken bis 5 km - zumindest im Stadtverkehr bei Tür-zu-Tür-Verkehr auch noch schneller.

 

Mit freundlicher Genehmigung nach einem Artikel von B. Janzing aus dem ReformhausKurier 8/2003

Infos: Umweltministerium Baden-Württemberg: www.spritsparkurs.de

Eco-Consult: www.ecofahr.com

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50 % der Fahrten mit dem Auto erfolgen auf Strecken bis zu 5 km

Dass soviel Strecken unter 5 km mit dem Auto gefahren werden verwundert, wenn man nebenstehende Grafik richtig deutet. Diese besagt nämlich nichts anderes, als dass man bis zu einer Distanz von 5 km von Tür zu Tür durchschnittlich (!) mindestens gleich schnell ist, egal ob man das Auto oder das Rad benützt. Selbst bei einer Distanz von 8 km ist das Auto bei einer Gesamtdauer von 33 Minuten nur etwa 2 Minuten schneller als der Radler, der 35 Minuten benötigt. Noch schlechter schneiden bei den ersten Kilometern Bus und Bahn ab, wobei die Bahn mit zunehmender Distanz sogar das Auto überholen kann. Hauptnachteil der Bahn ist der Weg bis zum Bahnhof und die Wartezeiten, die mit 23 Minuten zu Buche schlagen. Hier ist das Rad mit durchnittlich 3 Minuten bis zur Abfahrt deutlich im Vorteil. Offensichtlich ist aber der Weg vom rational erkannten Vorteil bis zur Anwendung in der Praxis nicht so einfach, sonst würden ja deutlich mehr Radler die Straßen der Städte beleben. Manch einer braucht eben neben der Einsicht noch einen Anreiz, wie die Aktion „Mit dem Rad zur Arbeit".

 

Grafik aus: Europäische Kommission,

Fahrradfreundliche Städte, 1999, S.11

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Weltumradlung geschafft

Am 19.9.2003 sind die ADFC-Mitglieder Jutta (56) und Gerhard (74) Krauss von Ihrer Weltumradlung zurückgekommen. Im Frühjahr 2002 waren sie zu Hause in Feldafing gestartet. Nachzulesen sind Ihre Abenteuer in einem in Kürze erscheinenden Buch bzw. im Internet unter:

http://www.128ontour.com

Bundeshauptversammlung 2003

Vom 22.11. - 23.11.2003 findet die ADFC-Bundeshauptversammlung in Leipzig statt. Der Landesverband Bayern ist dort mit 21 Delegierten vertreten. Antragsschluss ist der 20. Oktober 2003 (9.00 Uhr). Ergebnisse der Versammlung werden im Internet und in der nächsten RUNDSCHAU veröffentlicht.

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Impressum: ADFC-Rundschau, 13. Jahrgang, Heft 4/2003, Okt.-Dez. 2003

Die ADFC-Rundschau erscheint viermal jährlich. Das Jahresabonnement kostet 8 Euro (bei Postbezug). Für Mitglieder des ADFC Bayern ist der Preis inklusive Postversand im Mitgliedsbeitrag enthalten. Herausgeber: ADFC-Landesverband Bayern e.V. Landwehrstr. 16, 80336 München, Tel. 089/553575, Fax 089/5502458. eMail: kontakt@adfc-bayern.de Die Geschäftsstelle ist Montag-Freitag von 9.00 bis 12.30 Uhr regelmäßig besetzt.

Redaktionsschluß für die Ausgabe 1/2004: 17.11.2003 - Redaktionsanschrift: ADFC Bayern, Landwehrstr. 16, 80336 München, - Vertrieb: ADFC-Geschäftsstelle Nürnberg, Rohledererstr.13, 90419 Nürnberg, Tel. 0911/ 396132, Fax 335687 - Redaktion: Bayernteil: Hubert Ströhle [HS] (rundschau@adfc-bayern.de); Regionalteil Altbayern: Hubert Ströhle [HS], Stefan Beckmann (rundschau-altbayern@adfc-bayern.de); Regionalteil Franken: Klaus Vogel, Dr. Ute Biegelmann, Albrecht Steindorff [AS] (V.i.S.d.P.)(rundschau-franken@adfc-bayern.de); Regionalteil Schwaben: Mathias Meinelt, Dr. Ute Biegelmann (rundschau-schwaben@adfc-bayern.de) Titel: Farbwerk, München. Titelfoto: Uwe Geißler ; Druck: Rosa-Druck, Dietzstr. 1, 90443 Nürnberg, Tel. 0911/222088