Im Winter ist erhöhte Vorsicht geboten

Rad fahren und Winterwetter schließen sich nicht automatisch aus. Während der häufig bewegungsarmen Wintermonate ist regelmäßiges Radfahren ein guter körperlicher Ausgleich und hilft, das Immunsystem gegen Erkältungskrankheiten zu stärken. Winterliche Straßenbedingungen erfordern allerdings von allen Verkehrsteilnehmern eine erhöhte Vorsicht und Rücksichtnahme auf andere. Hier konkrete Empfehlungen des ADFC für Radler und Autofahrer, damit Sie gut durch den Winter kommen.


Radeln bei winterlichen Bedingungen

  • Reduzieren Sie in Anpassung an die Straßenverhältnisse ggf. die Geschwindigkeit.
  • Stellen Sie den Sattel so niedrig, dass Sie bei Glätte den Boden mit beiden Füßen gut erreichen.
  • Bremsen Sie zur Reduzierung der Schleudergefahr wohldosiert. Dabei eher die Hinterradbremse betätigen als die am Vorderrad (das Vorderrad blockiert bei geringer Bodenhaftung schneller, was unwiderruflich zum Sturz führt).
  • Fahren Sie bereits bei trübem Tageslicht mit eingeschalteter Beleuchtung.
  • Stellen Sie auf Radwegen beim Überqueren von Kreuzungen und Einmündungen durch Blickkontakt sicher, dass ausfahrende und abbiegende Autofahrer Sie gesehen haben.
  • Weichen Sie bei nicht geräumten oder eisglatten Radwegen ggf. auf die geräumte Straße aus. Rechtlich besteht in diesem Fall auch für solche Radwege keine Benutzungspflicht, die durch das blaue Radweg-Verkehrszeichen als benutzungspflichtig beschildert sind (Oberlandesgericht Celle Az. 9 U 104/00, 22.11.2000 und Bundesgerichtshof Az. III ZR 60/94, 20.10.1994).
  • Achten Sie verstärkt auf Fußgänger, da diese bei Schnee Radwege nur schlecht erkennen können.
  • Und vor allem: Rechnen Sie immer mit Verkehrsteilnehmern, die nicht mit Ihnen rechnen, und seien Sie immer bremsbereit!

Das Winter-Fahrrad

  • Stärker profilierte Reifen verhelfen bei Schnee und Matsch zu mehr Bodenhaftung; für Glatteis und festgefahrene Schneedecken gibt es Spike-Reifen (am Fahrrad im Gegensatz zum Auto erlaubt).
  • In der dunklen Jahreszeit ist die Funktionsfähigkeit der Beleuchtungsanlage besonders wichtig. Nabendynamos eignen sich besser für Schnee und Matsch als herkömmliche Seitenlaufdynamos. Kalkulieren Sie bei Batterielichtern die geringere Akku-Kapazität bei Kälte ein.
  • Ölen Sie die Kette regelmäßig (überschüssiges Öl nach einer gewissen Einwirkzeit abwischen, sonst verklebt es mit dem Strassendreck zu einer regelrechten Schmirgelpaste).
  • Lassen Sie das Fahrrad, sofern möglich, über Nacht nicht im Freien stehen, damit Schnee, Matsch und Nässe abtrocknen können (verhindert das Festfrieren der Bremszüge und anderer beweglicher Teile).

Wintertaugliche Bekleidung beim Radeln

  • Kombinieren Sie nach dem Zwiebelschalenprinzip mehrere Schichten: außen wind- und wasserabweisende dünne Oberbekleidung (z.B. Mikrofaser), darunter eine wärmende Bekleidungsschicht gegen das Auskühlen (z.B. Fleecestoffe), unmittelbar auf der Haut Funktionsunterwäsche, die den Schweiß von der Haut wegtransportiert.
  • Schützen Sie die besonders der kalten Luft ausgesetzten Körperteile Hände, Kopf (vor allem Stirn und Ohren), Knie und Füße gut gegen die Kälte. Eine Windstoppermembran bietet zusätzlichen Schutz in Handschuhen. Für Fahrradhelme gibt es Helmüberzüge und Ohrenschützer aus Fleece.
  • Tragen Sie gut erkennbare Kleidung, z.B. Jacken in Signalfarben oder Funktionskleidung mit reflektierenden Elementen.

Appelle der Radler an die Autofahrer

  • Schauen Sie sich beim Abbiegen gründlich um. Denn auch im Winter sind auf Radwegen Radler unterwegs.
  • Rechnen Sie verstärkt mit Radfahrern auf der Fahrbahn, da Radwege in der Regel mangelhaft geräumt sind.
  • Halten Sie beim Überholen besonders viel Abstand. Die erschwerten Fahrbahnbedingungen können Radfahrer zu unvorhergesehenen Ausweichmanövern zwingen.
  • Beachten Sie, dass sowohl Sie als auch Radfahrer einen längeren Bremsweg haben. Fahren Sie deshalb langsam.
  • Halten Sie Ihre Scheiben schnee- und eisfrei – Rundumsicht hilft Unfälle zu vermeiden.

 


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