„Mia ham’s satt“-Demo: 18 000 Menschen demonstrieren für Umweltschutz und eine andere Verkehrspolitik

Logo Demo "Mia ham's satt"

Am 6. Oktober wurde der Königsplatz in München Schauplatz einer eindrucksvollen Veranstaltung, als sich etwa 18 000 Menschen unter dem Motto „Mia ham’s satt“ zu einer Großdemo gegen die Umwelt- und Verkehrspolitik der Landesregierung versammelten. Aufgerufen hatte ein breites Bündnis aus über 80 Organisationen, und dementsprechend vielfältig waren die Forderungen, die unter drei Slogans zusammengefasst wurden

• Bauernhöfe statt Agrarfabriken!
• Natur statt Flächenfraß!
• Saubere Luft statt Verkehrskollaps!

Dabei ging es um Themen wie Flächenversiegelung, Artensterben, die Verdrängung kleiner Höfe durch die Agrarindustrie sowie die aktuelle Verkehrspolitik der Landesregierung.

Die unterschiedlichen Forderungen und Interessen spiegeln die Vielfalt des Bündnisses wieder, das die Demo trug und unterstützte. Wir als ADFC Bayern stehen für das Fahrrad und den Beitrag des Radverkehrs zu einer echten Verkehrswende und repräsentierten diesen Bereich auch aktiv im Trägerkreis. Andere beteiligte Organisationen haben andere Zielrichtungen und Schwerpunkte. Wir alle zusammen wollen bei der Demo die Vielfalt ökologischer Themen in Bayern auf die Straße tragen und sie in der öffentlichen Aufmerksamkeit positionieren. Im Verkehrsbereich demonstrieren wir

  • für eine echte Verkehrswende
  • für das Fahrrad als Kernbestandteil eines menschengerechten und umweltfreundlichen Verkehrssystems
  • für ein Rad-Gesetz für Bayern, damit der Radverkehr in ganz Bayern systematisch vorangebracht wird

Los ging es um etwa 11 Uhr mit der Auftaktkundgebung am Königsplatz. Auf einer Bühne vor den Propyläen gab es verschiedene Redebeiträge von Vertretern der teilnehmenden Organisationen, aber auch Unterhaltung in Form von Bands wie Hundling oder den Wellbappn. Außerdem waren zahlreiche Infostände zu besuchen, darunter ein Stand des ADFC, der von Aktiven aus dem Großraum München und MitarbeiterInnen der Landesgeschäftsstelle betreut wurde.

Nach etwa einer Stunde formierte sich dann der Demonstrationszug, der die TeilnehmerInnen in einem großen Kreis zunächst die Brienner Straße entlang und dann über die Ludwigstraße und die Theresienstraße wieder zurück zum Königsplatz führte. 

Die Spitze des Zuges bildete eine Reihe von etwa 25 Traktoren, die unter anderem die Arbeitsgemeinschaft Bäuerlicher Landwirtschaft und deren Anliegen repräsentierte.
Aufsehen erregten auch die sog. „Demo-Bilder“, kreative Konstruktionen aus Holz und Pappmaché, die jeweils eines der Themen der Demo bildlich darstellten. Die vom ADFC geforderte Verkehrswende wurde durch ein zerstörtes Auto symbolisiert, über welchem sich ein Fahrrad erhebt. Diese Konstruktion entstand in Zusammenarbeit mit dem Umweltschutzverein Green City e.V. und wurde auf einer Lastenradbühne montiert. Sie ist auf mehreren hier gezeigten Bildern zu bewundern.

Den hintersten und längsten Teil des Zuges bildeten die zahlreichen Teilnehmer, die zu Fuß mit Transparenten, Fahnen und Bannern mitliefen. Natürlich war der ADFC auch dort präsent.
Als der Demozug wieder den Königsplatz erreicht hatte, begann die Abschlusskundgebung, wieder begleitet von Musik und Redebeiträgen. Gegen 15:30 Uhr ging die Veranstaltung schließlich zu Ende, aber nicht bevor die bayerische Landesvorsitzende des ADFC, Bernadette Felsch, unsere Forderungen an die Landespolitik in einer kurzen Rede verdeutlicht hatte. Auch zu diesem leider späten Zeitpunkt gab es dafür noch einigen Applaus.

Insgesamt ist die „Mia ham’s satt“-Demo ein großer Erfolg geworden – sicher auch dank des sehr guten Wetters. Zu danken ist auch dem Organisationsteam der Demo und natürlich den vielen HelferInnen und TeilnehmerInnen.
Es war das erste Mal, dass sich der ADFC Bayern mit zahlreichen anderen Umweltinitiativen an einer gemeinsamen Groß-Demo beteiligt hat. Mit Sicherheit werden noch weitere folgen, immer mit dem Ziel, die dringend nötige Verkehrswende in München und Bayern voranzutreiben.

© Fotos: ADFC Bayern -  Pawaserat/Gerstenberg/Burschik/Husemann-Roew

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