1. ADFC Mittagsgespräch mit Innenminister Joachim Herrmann

Innenminister Herrmann: „Vielzahl unnötiger Autofahrten

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann hat angekündigt, in den kommenden Jahren die Investitionen in den Ausbau des Radwege-Netzes zu verstärken. „Wir müssen versuchen, die Menschen gerade für die kurzen Strecken mehr aufs Fahrrad zu bringen, die Voraussetzungen dafür zu schaffen ist eine Aufgabe der Zukunft“, sagte Herrmann am Donnerstag in einem Vortrag beim Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs Bayern e.V. (ADFC). Er lehne nicht andere Verkehrsmittel ab, „aber es gibt eine Vielzahl von unnötigen Autofahrten.“

Mit einer Reihe von Maßnahmen will Herrmann das Fahrradfahren voranbringen.  „Ziel ist die Schaffung einer neuen Radfahrkultur in Bayern, der Bewusstseinsbildung, dass das Radfahren in Bayern wichtig ist.“ So sollen mehr finanzielle Straßenbaumitteln für den Radwegebau einsetzt werden. Der Radwegebau an Bundesstraßen und Wasserstraßen müsse wesentlich ausgeweitet werden, die bisherigen Bundesinvestitionen seien zu wenig, so der Innenminister. Handlungsbedarf sieht Herrmann bei der Radwegebeschilderung. „Wir haben in einem großartigen Kraftakt  mit dem ADFC die Beschilderung auf 3.500 km Radrouten in Bayern überprüft und erneuert. Wir hoffen nun, dass die Gemeinden und Landkreise nachziehen und wir baldmöglichst zu einer einheitlichen Beschilderung kommen.“ Besondere Mängel sieht Herrmann im Zusammenspiel von Fahrrad- und Schienenverkehr. Fernreisen mit dem Zug stellten Radfahrer vor große Probleme. Deshalb erwartet Herrmann vom Bund ein Umdenken, um die Radmitnahme in Fernzügen zu erleichtern. Der Innenminister kündigte an, dass die bayerische  Polizei einen eigenen Radfahrbeauftragten bekommen wird. Er begrüßte die Gründung der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen in Bayern (AGFK), die am 17. Februar in Erlangen unter seiner Schirmherrschaft aus der Taufe gehoben wird. Dafür stelle das Innenministerium eine Anschubfinanzierung von 150.000 € für 3 Jahre bereit.

Der Vorsitzende des ADFC Landesverbands Bayern, Armin Falkenhein erhob die Forderung,  in den kommenden  Haushaltsberatungen des Landes sowohl investive, wie auch nichtinvestive Mittel ausdrücklich für den Radverkehr mit einzuplanen.

Innenminister Herrmann äußerte sich im Rahmen der ADFC Mittagsgespräche – eine regelmäßige Veranstaltung des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs Bayern e.V. (ADFC) mit Persönlichkeiten aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Verbänden. Augenzwinkernd antwortete Herrmann auf die Frage, ob man damit rechnen muss, dass er auf Bundesebene Ämter übernehmen würde: „Ich will Radfahrminister in Bayern bleiben.“

Fotos der Veranstaltung

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