Am 08.10.2013 fand das 10. Mittagsgespräch des ADFC Bayern statt.

„Mobilitätspartnerschaft Fahrrad und Bahn“

Herr Klaus-Dieter JoselIn seiner Begrüßung bedankte sich der Landesvorsitzende des ADFC Bayern, Armin Falkenhein, zunächst bei dem Sponsor der Veranstaltung, der in München ansässigen Firma Gronard, die eine Reihe von ADFC-empfohlenen Fahrradparkern in ihrem Angebot hat.

Gastredner des Mittagsgesprächs  war der Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn AG für die Region Süd und den Freistaat Bayern, Herr Klaus-Dieter Josel.  

Angesichts der Tatsache, dass im Jahr 2012 drei Millionen Fahrräder mit der Deutschen Bahn transportiert wurden, sei es wichtig, für eine Verbesserung der Situation für Pendler und Fahrradtouristen zu sorgen. Außerdem sei in der Gesellschaft ein Umdenken zu vermerken, weg vom Auto als Statussymbol, hin zu alternativen Möglichkeiten der Mobilität.

Josel wies auf eine Reihe von  Schwierigkeiten hin, die in einem gewinnorientierten Unternehmen zu berücksichtigen seien. So bedeute die Bereitstellung von Stellplätzen für Radler im Zug immer eine gleichzeitige Reduzierung von Sitzplätzen. „Stellplätze vs. Sitzplätze“. Zudem haben in den Mehrzweckabteilen der Bahn Personen mit Kinderwagen, Rollstühlen und Rollatoren Vorrang vor Radfahrern.  Im Nahverkehr sei man mittlerweile an Kapazitätsgrenzen gestoßen. Die Situation an den Bahnhöfen liege nicht immer in der Verantwortung des Konzerns, sei doch der Grund und Boden um die Bahnhöfe teilweise Eigentum der Städte und Kommunen oder von Privatfirmen.

Hoffnung machte Josel bezüglich der Situation im Fernverkehr. So sei mit dem neuen ICX, dem Fernverkehrszug der neuesten Generation, eine deutliche Verbesserung für Radfahrer gegeben. Vertreter des ADFC waren im Vorfeld eingeladen worden, die Wagen des neuen Zuges, der ab 2016 schrittweise eingeführt werden soll, zu besichtigen und eine Rad-Probeverladung vorzunehmen.

Dies sei ein guter Ansatz  für eine gute Zusammenarbeit zwischen ADFC und der Deutschen Bahn AG. Es gelte, sich gegenseitig auszutauschen, „Kooperation statt Konkurrenz“, so Josel. In diesem Zusammenhang erwähnte er auch den Workshop „Fahrrad am Bahnhof“, der im Juli auf Initiative des ADFC stattgefunden hat. Sowohl Vertreter der Deutschen Bahn als auch des ADFC haben dort zusammengearbeitet.

Nach einer kurzen Diskussion nahm Armin Falkenhein am Ende der Veranstaltung den Gedanken der Mobilitätspartnerschaft zwischen Schiene und Rad nochmals auf. Es gebe noch eine Reihe von Problemen, die gemeinsam angegangen werden müssen. Er verwies   auf die politische, letztlich finanzielle  Verantwortung der Landesregierung und des Landtags. Das Land Nordrhein-Westfalen mit seinem schon im Jahr 1997 ins Leben gerufenen Förderprogramm für hundert Fahrradstationen an Bahnhöfen könne hier Maßstäbe setzen.  Es hatte sich unser Nachbarland Niederlande zum Vorbild genommen, ein „anderer Stern“ im Kosmos des Radfahrens, so Falkenhein.

Silke Rönnberg, ADFC Bayern

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