Liebe Aktive im ADFC Bayern,
 Weihnachten kommt und ich habe diesmal drei nicht ganz ernst gemeinte Wünsche und Anregungen: - Was sich viele wünschen: die Bahn muss pünktlicher werden!
- Es sollten nicht nur an Bundesstraßen, sondern auch an Bahnlinien entlang Radwege gebaut werden!
- Und die nächste BHV findet im ADFC–ICE statt!
Ein Erfahrungsbericht – das etwas andere Grußwort: Die Bundeshauptversammlung stand an, und als Delegierte aus Bayern wollte ich pünktlich mit der Deutschen Bahn von Ingolstadt nach Berlin. Also Fahrplan gecheckt und festgestellt: In der Großstadt Ingolstadt hält an diesem Freitag nur ein ICE mit Ziel Berlin, und der kommt zu spät an. Die Lösung: mit dem Nahverkehr nach Nürnberg und dann ab in den ICE. Also Fahrkarte gekauft und morgens kurz vor der Abfahrt noch alle möglichen Infokanäle der Bahn bezüglich Verspätungen oder Ausfällen kontrolliert. Nichts – der Zug fährt planmäßig, und auch am Bahnsteig steht immer noch pünktlich die Abfahrt! Zwei Minuten vorher heißt es plötzlich – nichts da – der Zug hat Verspätung! 10 Minuten, 15 Minuten… so ein Mist, mein ICE wird eng. Da höre ich neben mir drei Pendler, die fachmännisch feststellen: „Das läuft wieder so wie schon ein paar Mal diese Woche. Erst Verspätung und dann fällt er aus.“ Ohje, das kann nicht sein, der nächste Zug macht 1 h 46 min lang eine Spazierfahrt über Eichstätt und Treuchtlingen. In mir steigt Panik hoch – mein ICE mit Zugbindung – was tun? Jetzt hilft nur noch eins: einen Fahrdienst organisieren. Mein Mann lässt alles stehen und liegen, holt mich vom Bahnhof, und ab geht’s nach Nürnberg – Stress pur. Und tatsächlich: In letzter Minute steige ich in den ICE und komme ab da einigermaßen pünktlich in Berlin an. Im Hotel schaue ich mal in meinen Signal-Messenger, wo denn die anderen aus Bayern stecken: Die einen sind zwar pünktlich los, aber die Bahn hat schnell mal eine Stunde Verspätung. Es wird auf einen anderen Zug gewartet, die Strecken werden geändert, Bomben werden gefunden, und es heißt plötzlich: Stopp – nichts geht mehr. Langsam macht sich in unserer Signal-Gruppe Galgenhumor breit; schließlich vergeht Stunde um Stunde. Irgendwie habe ich den Eindruck, die Zugfahrten werden immer chaotischer, aber die Laune immer besser. Brotzeiten werden organisiert, Fahrpläne analysiert, Schlafplätze gerichtet, und es entsteht der Wunsch nach einer BHV im Zug! Gegen Abend versammelt sich der erste Teil der ADFC-Bayern-Gruppe an der Bar und drückt denen, die spät am Abend noch unterwegs sind, die Daumen für eine baldige Ankunft in Berlin. Einige von uns halten durch und stehen nachts um kurz nach 1 Uhr als Empfangskomitee auf der Matte, als Eva und Simon endlich als Letzte das Hotel erreichen. Wir stellen fest: Wären neben den Bahngleisen Fahrradwege, könnten Radfahrende bei Zugausfällen einfach bis zum nächsten Bahnhof radeln. Diesen Vorschlag werden wir an die Verantwortlichen der Deutschen Bahn weiterleiten. Aufgrund unserer Erfahrungen bei der Hinfahrt wurde auf der BHV vom ADFC Bayern offiziell der Antrag gestellt, als Beitrag zur Verkehrswende die Bundeshauptversammlung 2027 in schienengebundener Form durchzuführen – idealerweise im ICE-BHV. Aufgrund der Streckenführung haben alle die Möglichkeit, in Ruhe Verspätungen abzuwarten und zuzusteigen. Übrigens: Die Heimfahrt mit der Bahn hat wesentlich besser funktioniert! Im Namen des gesamten Landesvorstands wünsche ich euch pünktlichere Bahnverbindungen, viel Spaß bei der Planung eurer Jahresprogramme und eine schöne Winter- und Weihnachtszeit sowie ein gutes neues Radler:innen-Jahr! Uschi Feyrer-Ziob Mitglied Landesvorstand ADFC Bayern e.V.
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